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Stallbau

Das sollten Sie bei automatischen Fütterungssystemen einplanen

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am Dienstag, 08.01.2019 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Arbeitserleichterung und individuelle Rationen – automatische Fütterungssysteme versprechen viele Vorteile. Doch welches System passt zum Betrieb?

Schnell die Essenbestellung aufgeben und kurze Zeit später fährt schon der Lieferservice vor – so ähnlich funktioniert auch das Prinzip der automatischen Fütterung. Je nach System kann der Landwirt individuelle Rationen für seine Kuhgruppen einstellen. Auch mehrmalige Fütterungen sind möglich. Darüber hinaus bietet das System mehr Flexibilität und ist eine Arbeitserleichterung für den Tierhalter.

Die Wahl des Systems

Doch welches System passt zum eigenen Betrieb? Insgesamt drei Automatisierungsstufen sind möglich. Die erste Stufe eignet sich für kleinere Betriebe mit bis zu 80 Kühen. Ein stationärer Mischbehälter und ein automatisches Verteilungssystem ermöglichen mehrmaliges Füttern einer Leistungsgruppe. Jedoch wird die Ration nicht automatisch erstellt.

Die zweite Stufe beinhaltet meist Lösungen mit Vorratsbehälter und wird für Betriebe
mit mehr als 80 Tieren empfohlen. Hiermit lassen sich alle Leistungsgruppen
mehrmals täglich und ohne zeitliche Bindung füttern. Für die Zwischenlager entstehen aber zusätzliche Kosten.

Die Vollautomatisierung stellt die dritte Stufe mit Hoch- oder Tiefsilos dar. Das Füttern aller Leistungsgruppen ist mehrmals und vollautomatisch möglich. Zudem wird jede Ration direkt aus dem Silo entnommen und frisch gemischt, was wiederum zu einer gute Futterqualität führt. Der Investitionsbedarf ist aufgrund der Hoch- oder Tiefsilos von allen drei Systemen am höchsten, ebenso der Energieverbrauch.

Generell gilt: Je höher die Automatisierung desto teuer werden in der Regel die Fütterungssysteme. Bei der Wahl des Systems sind auch die Art der Führung, die Wartungs- und Reparaturarbeiten und die Energieversorgung zu berücksichtigen.

Der Einabu der Technik

Ist die Entscheidung gefallen, müssen bei der baulichen Umsetzung die Anordnung und Ausführung der Fütterküche, die Anforderungenan die Hallenkonstruktion, die statischen Anforderungen an das Stallgebäude, die Klimabedingungen, die Futtertischbreite und die Bodengestaltung miteingeplant werden. Darüber hinaus ist ein wichtiger Punkt die Arbeitssicherheit bei der Planung von automatischen Fütterungssystemen.

Beispielsweise müssen Sicherhheitsabstände von mindestens 50 cm eingehalten werden. Es dürfen keine Quetschstellen entstehen und der Automat muss über einen Notausschalter verfügen. Ebenso muss bei Systemen mit Vorratsbehältern kein einfaches Hineingreifen möglich sein.

Fazit Automatische Fütterung

Automatische Fütterungssysteme bringen dem Landwirt mehr Flexibilität bei der Gestaltung von Rationen und Kuhgruppen. Aber sie bedeuten auch höhere Investitionskosten. Die Futtersilos müssen in Stallnähe liegen und die Systeme lassen sich bei Altbauten nicht einfach einplanen.

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