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Stallbau

Stallautomatisierung: Auf den Standort kommt es an

Kuh im Melkroboter-AMS
am Montag, 04.06.2018 - 09:06 (Jetzt kommentieren)

Wie lässt sich ein Betrieb zukunftsfähig aufstellen? Und Arbeitseffizienz, Stallneubau und Kuhkomfort vereinen? In dieser Serie erfahren Sie, was Sie im Vorfeld bedenken müssen. Im ersten Teil geht es um die richtige Standortwahl.

Auch ein Roboter kann zärtlich und das Melken zum Wellnessprogramm für Kühe machen. Den Tieren sieht man es an, wenn sie entspannt das automatische Melksystem betreten und der Roboterarm routiniert das Geschirr am Euter ansetzt. Aber nicht nur der Melkvorgang lässt sich automatisieren. Der Markt bietet Lösungen von der Fütterung übers Melken bis hin zum Gesundheitscheck für jedes einzelne Tier. Mittlerweile lassen sich alle Prozesse 24 Stunden sieben Tage die Woche vollautomatisch steuern. Die Technik soll den Landwirt entlasten, ihm Flexibilität verschaffen und helfen die Kühe im Blick zu behalten. Um das alles unter ein Dach zu kriegen, muss aber oft ein neuer Stall her.

Die Idee: Ein neuer Milchviehstall

Der Wunsch, die Idee ist da. Doch wie muss der Stall gebaut werden und was muss alles rein? Und: Rechnet sich das Ganze dann noch? Schließlich werden gegenüber konventioneller Melk- und Fütterungstechnik höhere Anforderungen an einen automatisierten Milchviehbetrieb gestellt. Nicht nur die verschiedenen Techniken müssen bei der Planung des Gebäudes berücksichtigt werden. Auch die Anforderungen an Mensch, Tier und standortgebundener Bauweisen gilt es abzustimmen. Es ist aufwendig einen solchen Stall in die Realität umzusetzen. Zumal die Zweckbindung lang ist. Gerade bei der Milchviehhaltung kommt es zu einer Kapitalbindung von oft mehr als 25 Jahren.

Standortwahl bei Neubauten

Bei der Finanzierung stellt sich die Frage, ob es wirtschaftlich ist Altgebäude zu automatisieren. Mehr Tiere auf gleicher Fläche funktioniert nicht. Und oft ist es nicht mit einem einfachen Anbau getan. Ein Neubau soll her. Der steht aber oft in Konkurrenz mit den sich ausweitenden Siedlungs- und Verkehrsflächen. Damit schrumpft auch die verfügbare landwirtschaftliche Nutzfläche. Baurecht, Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung und Bundes-Immissionsschutzgesetz schränken die Wahl ein und geben die Standorte für neue Milchviehanlagen oder Erweiterungsbauten vor.

Erlaubt das Baufeld eine unabhängige Planung, richten sich die Kriterien nach den Bedürfnissen von Mensch und Tier. Hierbei sollten Sie folgendes hinterfragen:

  • Lassen sich Futter- und Verwertungsflächen für den Wirtschaftsdünger anbinden?
  • Lässt sich der Stall an die vorhandene Betriebsfläche und das Wegenetz anbinden?
  • Lassen sich Stallgebäude und Nebenanlagen in die Landschaft einordnen?
  • Ist die Wohnanlage des Betriebsleiters angebunden?
  • Wäre der Stall dem Wind ausgesetzt?

Arbeitszeitersparnis durch Automatisierung

Für viele Landwirte bedeutet die Investition in einen neuen Stall eine Arbeitszeitersparnis. Doch das muss gut durchdacht werden. Bei einigen Ställen ist ein kostengünstiger Erweiterungsbau mit neuen automatisierten Systemen nicht umsetzbar. Aus diesen Gründen bleibt oftmals nur die Möglichkeit in neue und größere Ställe zu investieren und auf einem geeigneten Standort neuzubauen, um wirtschaftlich zu bleiben.  
 

Fazit: Stallneubau

Die Automatisierung der Milchviehställe wird weiter voranschreiten, um den Landwirt von einfachen Routinearbeiten zu entlasten. Hierbei müssen die Stallanlagen sowohl Kuhkomfort als auch Technik und Standortbedingungen miteinander vereinen.

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