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Stallhygiene: Das rät der Haltungsexperte

© Katharina Krenn/agrarheute
Krenn
am
20.01.2016

Die beste Prophylaxe gegen Euterkrankheiten ist neben der Melkhygiene, eine gute Stall- und Liegeboxenhygiene. Der Haltungsexperte gibt in unserer Ratgeber-Serie Tipps zum richtigen Stall-Hygienemanagement.

Das hochleistende Milchvieh ist bei unzureichender Stallhygiene besonders im Euterbereich anfällig für Keime. Zu den verlustreichsten Krankheiten zählt dabei die Mastitis. Mangelende Stallhygiene begünstigt die Ausbreitung der Mastitis, die zu einem erheblichen Kostenfaktor für den Betrieb werden kann. Vor allem auf den Liegebereich sollte großes Augenmerk gelegt werden, denn pathogene Keime wie E. coli, S-Aureus, S. Uberis und andere Mastitiserreger gedeihen bevorzugt auf feuchten Böden und Liegeboxen. Folgendes rät der Haltungsexperte Anton Huber von der LKV Beratungsgesellschaft.

Liegeboxen richtig einstreuen

Durch die Kalk-Stroh-Matratze verbessert sich nicht nur der Liegekomfort, es werden durch den Kalk auch Keine abgetötet. Auf einer Kalk-Stroh-Matratze liegen die Tiere trockener und die Euter bleiben sauberer. Gleichzeitig muss auch darauf geachtet werden, dass die Abmessungen der Liegeboxen stimmen und die Tiere sich nicht in verschmutzte Bereich legen müssen.

Mastitis ist eine Faktorenkrankheit

Für die Entstehung einer Euterentzündung sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Insbesondere Milchkühe, verfügen eigentlich über eine gute körpereigene Abwehr und eine natürliche Blut-Euter-Schranke, die ein Eindringen von Erregern bei normaler Immunabwehr des Tieres unmöglich macht. Diese Faktoren begünstigen Mastitis:

  • mangelnde Stallhygiene
  • feuchte Einstreu
  • verschmutztes Tränkwasser
  • Zugluft
  • schlechte Klauenpflege
  • Fehler in der Melktechnik
  • ungenügendes Ausmelken
  • verschmutztes Melkzeug
  • Fütterungsfehler und Futterumstellung

Tipps zur Klauengesundheit Ihrer Milchkühe

Management und Controlling helfen, die Klauengesundheit zu optimieren. Klauengesundheit, Haltungssystem, Fütterung und Stoffwechselerkrankungen hängen zusammen. © Anneke Struck
Die haltungsbedingten Einflüsse auf die Klauengesundheit sind Schmutz, Verletzungsgefahren, Feuchtigkeit und Fehler in den Funktionsbereichen. © Anneke Struck
Eine stille Brunst ist kein Fehler der Kuh, sondern ein Haltungsfehler durch den Landwirt. © Anneke Struck
Schauen Sie auf die Laufgänge. Sind dort Rutschspuren zu erkennen, müssen sie besser abgeschoben oder saniert werden. © Anneke Struck
Hält eine Kuh den Kopf nach unten und geht langsam, ist das ein Zeichen dafür, dass sie den Boden genau im Blick haben muss, weil er rutschig ist, oder zu viele Kanten vorhanden sind. © Anneke Struck
Zwei Stunden nach dem Füttern müssen über 70 Prozent der Tiere liegen. Die Kühe sollten maximal 30 Sekunden vom Eintreten in die Box bis zum Ablegen brauchen. Eine Liegezeit darf die 1,5 Stunden nicht übersteigen. © Anneke Struck
Wichtig ist, dass die Gummiböden regelmäßig mit dem Mistschieber abgeschoben werden, damit die Tiere nicht wegrutschen und der Druck auf die Klauen minimiert wird. © Anneke Struck
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