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Milchproduktion

Stolz, Milcherzeuger zu sein

© Mühlhausen/landpixel
von , am
29.07.2013

Die European Dairy Farmers (EDF) führten eine Studie durch, bei der Mitglieder zu ihrem Beruf befragt wurden. Das Ergebnis: 80 % der europäischen Milchbauern sind stolz darauf, Milcherzeuger zu sein.

In einer der letzten Milchquotenbörsen stieg der Preis noch einmal. © Mühlhausen/landpixel
Der Schwerpunkt der sogenannten EDF-agri benchmark "Snap-shot"-Studie, bei der 216 aktive Mitglieder aus den Mitgliedsländern zu ihrem Beruf befragt wurden, lag auf der Frage: "Warum melken wir eigentlich noch Kühe?".
 
Hier gaben 80 Prozent (%) der Milchprofis, die sich im Club der europäischen Milcherzeuger zusammengeschlossenen haben, an, stolz auf ihren Beruf zu sein. Zudem würde sich die Mehrheit - auch in schwierigen Zeiten - wieder dafür entscheiden, in der Milchproduktion tätig zu sein.

Vorteile der Milchwirtschaft

Als Vorteile gegenüber anderen Betriebszweigen sehen die Teilnehmer der Studie das gute gesellschaftliche Image als Milcherzeuger sowie eine höhere Liquidität. Auch die bessere Verwertbarkeit natürlicher Ressourcen wurde genannt. Hierfür akzeptierten sie auch das notwendige höhere Arbeitspensum sowie einen stärkeren Kapitaleinsatz, ohne dass dies automatisch immer zu mehr Gewinn führt.

Zusatzeinkommen

Der Großteil der in der Studie befragten Milcherzeuger arbeitet Vollzeit im Betrieb und rund 60 % leben ausschließlich von diesem Einkommen aus der Landwirtschaft. Nur Betriebe in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland haben einen relativ hohen Anteil an Zusatzeinkommen, welches außerhalb der Landwirtschaft verdient wird.

Berufswunsch Milchproduzent

Bei der Studie kam heraus, dass über die Hälfte (52 %) der Befragten schon als Kind genau in diese Branche einsteigen wollte und bereits in jungen Jahren in der Milchwirtschaft ihre Zukunft sah. Nur 30 % dachten in ihrer Kindheit an einen Beruf komplett außerhalb der Landwirtschaft. Für die übrigen Befragten stand von je her fest, einen landwirtschaftlichen Beruf ergreifen zu wollen. Sie entschieden sich im Laufe der Zeit schließlich aus verschiedenen Gründen für die Milchviehhaltung.

Beweggründe für die Berufswahl

Die Antworten auf die Frage nach den Gründen für die Berufswahl "Milcherzeuger" waren vielfältig. Jedoch gab bei den meisten die Tradition und das persönliche Interesse den Ausschlag - noch vor der Gewinnorientierung. Laut EDF hat die Hälfte der Befragten den Betrieb von den Eltern geerbt, was den starken Hang zur Tradition erklärt. Vor allem in Spanien, Polen, Irland, Großbritannien und Deutschland findet man die klassischen Hoferben. Betrachtet man Osteuropa, die Niederlande, Dänemark, Belgien, Schweden oder Frankreich, so muss in diesen Ländern den Eltern oder anderen Eigentümern der Hof abgekauft werden. Hier herrscht folglich weniger Traditionsbewusstsein und stärkere Gewinnorientierung.

Quotenende als Chance oder Risiko

Auch zum Ausstieg aus der Milchquotenregelung wurden die Erzeuger befragt. Dies wird unterschiedlich aufgenommen und verunsichert besonders die Süd- und Osteuropäer. Insgesamt ist etwa ein Drittel besorgt über die möglichen Folgen für den eigenen Hof. Andere wiederum, vor allem in Westeuropa, werden motiviert zu neuen Investitionen und sehen für sich eventuelle Chancen statt Risiken. Hier wird folglich verstärkt geplant, die eigenen Milchkuherden aufzustocken. Im Detail ergab dies bis 2018 eine geplante Erweiterung von circa 200 auf 260 Milchkühe pro Betrieb.
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