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Zucht

Streit um exportierte Zuchtrinder

von , am
19.03.2013

Wien/Astana - Das kasachische Agrarministerium beschuldigt österreichische Lieferanten, Erkrankungen von Zuchtrindern vertuscht zu haben. Die 722 Tiere und ihre Kälber wurden getötet und verbrannt.

Es werden hierzulande weniger ausländische Schweine geschlachtet. Die Vermarktung ist nicht mehr lukrativ. © landpixel
Der Export von 722 Kühen von Österreich nach Kasachstan hat unter den Beteiligten zu schweren Verstimmungen geführt. Die Tiere waren zwischen dem 23. August und dem 27. September 2012 von einem ungarischen Handelsunternehmen über das "Rinderterminal" in Bergland bei Wieselburg nach Kasachstan geliefert worden.
 
Dort wurden die Kühe in den Quarantänebereich gebracht, wo sich laut Darstellung der kasachischen Seite herausstellte, dass einige Tiere Symptome einer Durchfallerkrankung aufwiesen. Bei einigen der Tiere seien Antikörper des Bovinen Virusdiarrhoe-Virus (BVDV) nachgewiesen worden, außerdem das Schmallenberg-Virus.
Auf Beschluss des kasachischen Veterinärkomitees wurden am 15. Februar 2013 die 722 Zuchtrinder sowie 200 zwischenzeitlich in der Quarantäne geborene Kälber geschlachtet und verbrannt.

Kasachstan wirft Österreich Vertuschung vor

Das kasachische Landwirtschaftsministerium beschuldigte die österreichischen Lieferanten anschließend offen, die Infektion der Tiere vertuscht zu haben. Beim Niederösterreichischen Rinderzuchtverband ist die Aufregung seit Wochen entsprechend groß.
 
Österreich: Tiere waren beim Export nicht mit BVDV infiziert
 
Geschäftsführer Friedrich Führer wies darauf hin, dass BVDV in Österreich seit fast zwei Jahrzehnten dank komplexer Hygiene- und Kontrollstandards als ausgemerzt gelte. Die verschiedensten Exportzeugnisse belegten, dass die Exportrinder nach Untersuchungen durch Tierärzte und in Labortest als absolut gesund eingestuft gewesen seien.
 
Für die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) steht nach mehreren prompt eingeleiteten Untersuchungen mit internationaler Unterstützung fest, dass die Rinder zum Zeitpunkt der Quarantäneuntersuchungen für den Export noch frei von BVDV beziehungsweise entsprechenden Antikörpern waren. Die Behörde kommt zu dem Schluss, "dass die Tiere nach Verlassen Österreichs möglicherweise mit einer Kombinationsvakzine geimpft wurden", der BVDV-Kontakt also außerhalb der Alpenrepublik stattgefunden haben müsse.

AGES: Schmallenberg-Virus keine Überraschung

Die Verbreitung des Schmallenberg-Virus sei, so die AGES, bekannt gewesen. Der Umstand, dass sich das Schmallenberg-Virus 2012 in Österreich und auch in anderen europäischen Ländern fast flächendeckend verbreitet habe, sei den internationalen Behörden mitgeteilt worden und sei auch der russischen Zollunion und damit Kasachstan bekannt gewesen. 

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