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Tierschutzverstoß in Schlachthof

Strengere Kontrollen nach Schlachthofschließung in Niedersachsen

Rinderschädel hängen am Haken im Schlachthof
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Wiebke Herrmann, agrarheute
am
25.10.2018

Nach der Schließung eines Schlachthofs im niedersächsischen Bad Iburg zieht Ministerin Barbara Otte-Kinast Konsequenzen und will unter anderem die Tierschutzkontrollen verstärken.

Nach der Schließung eines Rinderschlachthofs im niedersächsischen Bad Iburg will Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast Konsequenzen ziehen. Die Ministerin zeigte sich gestern im Landtag „schockiert“ über das Leid der Tiere, das „kollektive Wegschauen“ vieler Beteiligter und „das Versagen der amtlichen Kontrolleure“. Sie kündigte zudem an, dass es noch in diesem Jahr landesweit „verpflichtende Dienstbesprechungen mit allen in der amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchung tätigen Tierärzte“ geben soll. Hierbei sollen die Themenbereiche Transportfähigkeit von Tieren, Rechtsvorhaben zu Notschlachtungen sowie Durchführung der amtlichen Schlachttieruntersuchungen angesprochen werden. 

Otte-Kinast: Tierschutzkontrollen verbessern

Der Landkreis Osnabrück hatte einen Schlachthof geschlossen, nachdem Mitglieder des Vereins „Soko Tierschutz“ Filmaufnahmen veröffentlicht hatte, die gravierende Verstöße gegen das Tierschutz- und Fleischhygienerecht dokumentierten. Sowohl die Qualität als auch die Quantität der Tierschutzkontrollen auf landwirtschaftlichen Betrieben seien verbesserungsbedürftig, räumte die Ministerin ein. Um dem konkret entgegenzuwirken, werde die Zahl der Ausbildungsplätze für künftige Amtstierärzte aus Mitteln des Landes deutlich aufgestockt.

Um bei Tierschutzkontrollen zusätzliches qualifiziertes Personal zur Unterstützung der Amtstierärzte in Niedersachsen einsetzen zu können, will Otte-Kinast das Berufsbild des Veterinärassistenten in Angriff nehmen. In den neuen Projektgruppen „Transport“ sowie „Schlachten und Töten“ der Niedersächsischen Nutztierstrategie kündigte sie des Weiteren die gemeinsame Arbeit mit allen Akteuren an, um den Tierschutz im Land voranzubringen.

Unangekündigte Kontrollen in Schlachtbetrieben geplant

Um das Kontrollsystem zu sichern, kündigte die Ministerin unangemeldete, risikoorientierte Kontrollen in Schlachtbetrieben an, um die ordnungsgemäße Anwendung des geltenden Rechts zu überprüfen. Außerdem hätten die Mitarbeiter des Ministeriums mit den obersten Landesbehörden der anderen Bundesländer Kontakt aufgenommen, um zukünftig länderübergreifende, kriminelle Aktivitäten Einzelner wirkungsvoll zu unterbinden. Darüber hinaus seien Gespräche mit den tierärztlichen Bildungsstätten und der Tierärzteschaft geplant.

Mit Material von AgE
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