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Kälberhaltung

Strohmangel: Alternative Einstreumaterialien in der Kälberbox

Rotholstein-Kalb im Stroh
am
15.08.2018
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Stroh ist in diesem Jahr knapp. Wenn in der Kälberbox auf dieses Einstreumaterial verzichtet werden soll, müssen einige Grundsätze beachtet werden.

Hitze und Trockenheit machen Menschen, Tieren und auch Pflanzen zu schaffen. Vielerorts mussten bei der Getreideernte hohe Verluste verzeichnet werden, wie agrarheute berichtete. Damit wird nicht nur das Futter knapp, sondern auch die Einstreu. Der Strohpreis liegt derzeit (Stand 08.08.2018) bei 135 Euro/t – Tendenz steigend. Dabei sollte zurzeit eigentlich der Angebotsdruck aus der neuen Ernte für sinkende Preise sorgen.

Weiches, warmes Nest für Kälber

Alternativen zu Stroh werden als Einstreu immer wichtiger. In den Liegeboxen der Kühe ist ein Wechsel der Einstreumaterialien oft nicht ohne weiteres möglich, da sie an das jeweilige Haltungssystem angepasst sind.

Anders sieht es dagegen in der Kälberhaltung aus. Das Kälberiglu wird meist mit Langstroh eingestreut. In vielen Studien erwies sich Weizenstroh als die Einstreu der ersten Wahl. Jedoch richtet sich hier das Einstreumaterial nach den Tieren: Weich, warm und trocken muss der Untergrund der Jungtiere sein.

Ist Stroh wie in diesem Jahr knapp, kommen besonders in der warmen Jahreszeit auch Alternativen in Frage.

Holzspäne als Alternative

Amerikanische Forscher untersuchten in einer Studie fünf verschiedene Einstreumaterialien für Kälber. Granitfeinteile, Sand, Reisschalen, Holzspäne und Weizenstroh standen hierbei auf dem Prüfstand.

Keines der Materialien führte bei den Jungtieren zu Stress. Die Tiere auf Sand waren jedoch feuchter als ihre auf Stroh oder Holzspäne gehaltenen Artgenossen. Die Kälber, die auf Granitfeinteilen untergebracht waren, waren am dreckigsten. Die Reisschalen tendierten dazu, am Fell der Tiere haften zu bleiben. Diese Kälber verbrachten viel Zeit damit, sich zu reinigen.

Am gesündesten waren Kälber, die auf Holzspäne oder Weizenstroh gehalten wurden. Diese Einstreumaterialien saugen die Feuchtigkeit am besten auf und spenden Wärme.

Stroh kann im Winter nichts ersetzen

Wissenschaftler der Universität Wisconsin-Madison bestätigen diese Untersuchung. Gleichzeitig mahnen sie jedoch auch an, die Außentemperatur im Blick zu behalten. Besonders im Winter und im Frühjahr, wenn die Temperaturen deutlich unter 5 °C absinken, kann Stroh in Sachen Wärmedämmung nichts ersetzen.

Im Sommer Holzspäne, im Winter Stroh könnte also die Lösung für die Strohknappheit in der Kälberbox lauten. Bei der Gesundheit und dem Komfort der Kälber dürfen aber trotz der schlechten Ernte keine Kompromisse gemacht werden. Ein weiches, trockenes und warmes Nest muss ihnen stets zur Verfügung stehen.

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