Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Neuheit

Mit Strom gefüttert: Dieser neue Futterroboter fährt elektrisch

Futterroboter-versorgt-die-Tiere
am Dienstag, 20.09.2022 - 05:00 (1 Kommentar)

Vollkommen elektrisch und autonom – der neue Futterroboter DairyFeed F4500 von GEA füttert bis zu 300 Rinder und lässt sich mit selbsterzeugtem Strom versorgen. Wir haben uns das Konzept angeschaut.

Zur Futterküche führt durch den modernen Laufstall über einen steilen Weg vorbei an den Futtersilos. Der autonome Futterroboter ist gerade damit beschäftigt die Komponenten für die Trockensteherration zu laden. Seit einem Jahr füttert und lädt der GEA DairyFeed F4500 auf dem Milchviehbetrieb mit 150 Kühen vollständig autonom.

In seiner Basisstation kann er sowohl Strom als auch alle nötigen Futterkomponente laden. Pro Tag füttert der vom Betriebsleiter liebevoll genannte „Robbie“ insgesamt 13 Mischungen und braucht dafür pro Vorgang gut 45 Minuten Zeit.

Der Mischer ist mit einer vertikalen Schnecke sowie Messern und einer Gegenschneide ausgestattet und erlaubt Halmlängen von maximal 15 cm. Das Futter gelangt aus insgesamt vier 16 m³ großen Bunkern über einen Kratzboden in den 2,2 m³ großen Mischbehälter. Zurzeit wird neben Mais- und zwei verschiedenen Grassilagen auch Stroh in einem der Bunker gelagert.

Technikdaten zum GEA DairyFeed F4500

Länge: 3,90 m
Breite: 2,10 m
Höhe: 1,38 m
Gewicht: 3,5 t (vollgeladen)
Maximale Auslastung:      300 Milchkühe oder 15 t Gesamtfuttermenge pro Tag und Roboter
Geschwindigkeit: bis zu 3 km/h (bei Fütterung maximal 1 km/h)
Volumen: 2,2 m³

 

Autonome Fütterung: Wie lange hält der Akku?

Mit einem leisen Summen bewegt sich der Roboter in Richtung des Maisbunkers. Sobald er in der richtigen Position steht, öffnet sich die Klappe am Auswurf des Bunkers und startet mit dem Befüllvorgang. Um das Herunterrieseln von Futterresten zu vermeiden, verlässt der Roboter seine Position erst, nachdem die Klappe geschlossen wurde.

Neben den Bunkern und zusätzlichen Futtersilos ist auch die 10 kW große Ladestation in der Futterküche integriert. Während des Mischvorgangs kann der Roboter so zeitgleich in der Station laden und benötigt nicht den gesamten Strom des Akkus. Pro Tag gilt zurzeit die Formel 18 Stunden füttern, 6 Stunden laden.

Die Ladestation ist wie jeder einzelne Bunker als Orientierungspunkt in der Roboter eigenen Karte verzeichnet. Die Orientierung erfolgt über ein zweidimensionales Lasersystem und die Messung der zurückgelegten Strecke. Ein Vermessen des Betriebs im Vorfeld ist daher nicht notwendig.

Hanglage: Futterroboter verträgt bis zu 10 Prozent Steigung

Nach dem Beladen und Mischen macht sich der Roboter auf den Weg Richtung Milchviehstall. Grundsätzlich kann sich der Futterroboter gut an gegebene Wegeverhältnisse wie Schotter oder unebene Stellen im Boden anpassen. Steigungen und Neigungen von bis zu zehn Prozent sind laut Hersteller kein Problem. Auch auf dem Milchviehbetrieb liegt die Steigung vor dem Futtertisch bei dem absoluten Maximum.

Unebenheiten von bis zu 5 cm gleicht der DairyFeed F4500 von GEA über das Fahrwerk und die vier Reifen aus. Zwei der 10 cm breiten Reifen sind als Antriebsräder mittig unterhalb des Mischbehälters angebracht. Durch zwei Druckrollen an Front und Heck lässt sich der Roboter zudem auf der Stelle drehen. Dies bietet vor allem Vorteile in kleineren Ställen oder Altbauten mit wenig Platz.

Auch auf diesem Punkt lag ein Fokus bei der Entwicklung. Die Mindestbreite der Gänge sollte gut 2,50 m und in Kurven 3 m betragen. Durch den Sicherheitsaspekt müssen an jeder Seite mindestens 0,50 m Abstand zu Wänden, Fressgitter und Bunkern eingehalten werden.

Autonomer GEA DairyFeed F4500: Ultraschallsensoren sichern Futterroboter

Wer sich einmal näher an den Futterroboter traut, stellt fest, dass die Ultraschallsensoren sofort auf vermeintliche Hindernisse reagieren. Um die nötigen Sicherheitsvorschriften einhalten zu können, ist der GEA DairyFeed F4500 mit einigen Ultraschallsensoren ausgestattet.

Da der Hersteller für diese Sensoren allerdings nur eine Genauigkeit von 97 Prozent gewährleisten kann, ist er zusätzlich mit weiteren Sensoren abgesichert. Für eventuelle Notsituationen sind an der Vorder- und Rückseite zwei Notstopps integriert, mit denen sich der Roboter jederzeit stoppen lässt.

Kommentar

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...