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Ukrainekrieg

Stromausfälle in der Ukraine: „Wir melken seit Tagen mit Generatoren“

Der Milchviehbetrieb in der Nähe von Kropyvnytskyi hält über 1.500 Milchkühe.
am Dienstag, 01.11.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

In vielen Städten der Ukraine kommt es immer wieder zu Stromausfällen. Ein Milchviehbetrieb melkt daher mithilfe von Generatoren.

Ion Moraru ist seit drei Jahren einer von drei Managern auf der Farm in der Ukraine.

Die russischen Streitkräfte bombardieren immer wieder Kraftwerke in der Ukraine. Die Folge sind Stromausfälle in vielen Städten. Derzeit sind über eine Million Haushalte und Unternehmen in der Zentral- und Westukraine ohne Strom. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Selenski sind etwa 40 Prozent des Stromnetzes schwer beschädigt.

Dies wirkt sich auch auf die landwirtschaftlichen Betriebe wie dem Milchviehbetrieb der MUUNT Unternehmensgruppe aus. Sie melkt zurzeit insgesamt 1.500 Kühe in der Nähe der ukrainischen Stadt Kropyvbytskyi und ist bereits seit Tagen auf die Hilfe von Dieselgeneratoren angewiesen. „Wir sind hier teilweise über vier Stunden am Stück ohne Strom. Die Dieselgeneratoren laufen seit Tagen ununterbrochen, um den Betrieb am Laufen zu halten“, sagt Ion Moraru. Er ist einer von drei Managern auf dem Betrieb und arbeitet seit drei Jahren für die ukrainische Farm.

Stromausfälle in der Ukraine: Dieselgeneratoren helfen bei der Energieversorgung

Die 2005 gegründete Farm liegt in einer Ackerbauregion, 300 km nördlich von Odesa. Der Betrieb baut auf 10.000 ha Mais, Sonnenblumen, Sojabohnen, Raps, Weizen und Gerste an. Ein Teil davon wird für die Fütterung der 1.500 Milchkühe und 2.500 weiteren Jungtieren, Rindern und Färsen eingesetzt.

Die Kühe werden pro Tag zurzeit dreimal gemolken und geben im Schnitt 35 Liter pro Kuh und Tag bei 3,6 Prozent Fett und 3,2 Prozent Eiweiß. Gemolken wird in zwei verschiedenen Melkständen, einem 32 Melkkarussell und einem Doppel 6er-Melkstand.

Ukrainekrieg: „Wir entwickeln unseren Betrieb immer weiter“

Trotz des Kriegs möchten die Betriebsleiter und Manager auch in Zukunft an der Landwirtschaft festhalten. „Die meisten Probleme sind unmittelbar mit dem Krieg verbunden“, sagt Ion Moraru. „Wir möchten trotzdem weitermachen und nach dem Krieg weiter Kühe züchten und melken und alles dafür tun, dass unser Land wieder aufatmen kann.“

Obwohl ein Teil der 65 Mitarbeiter das Militär unterstützt, besteht Moraru darauf, dass der Betrieb so gut es geht weiterläuft. Auch in Zukunft möchten sie weiter in den Aus- und Umbau der Ställe investieren.

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