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Chronische Erkrankung

Subakute Panzenazidose: Große Gefahr von Folgeerkrankungen

Landwirt und Tieraerztin
am Samstag, 09.04.2022 - 05:00 (1 Kommentar)

Die subakute Pansenazidose wird häufig unterschätzt. Das liegt zum einen daran, dass die schwer zu erkennen ist und zum anderen, weil die nachfolgenden Erkrankungen schleichend auftreten. Verschiedene Untersuchungen machen jedoch deutlich, dass mit dem Krankheitskomplex massive Milchverluste verbunden sind.

Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich mit den Auswirkungen einer subakuten Pansenazidose (SARA). Dass sich SARA negativ auf die Futteraufnahme und die Futtereffizienz auswirkt, weiß man schon länger. Doch durch die Pansenazidose werden auch große Mengen an zellfreiem Lipopolysaccharid (LPS) in den Blutkreislauf ausgeschüttet. LPS entstehen, wenn Bakterien absterben. Sie lösen Entzündungen an der Pansenwand aus. Und SARA kann darüber hinaus auch Entzündungsstoffe wie Histamin im Pansen freisetzen.

Entzündungen kosten Glukose und damit Milch

Die hohe Säurekonzentration bei einer Pansenazidose schädigt die Pansenwand. Diese wird so durchlässiger für Entzündungsmoleküle wie LPS und Histamin. Sie gelangen auf diese Weise leichter in den Blutkreislauf und lösen auch dort Entzündungsprozesse aus. Um hier gegenzulenken, benötigt das Tier Glukose, welche dann nicht mehr für die Milchsynthese verfügbar ist. Die Konsequenz ist eine sinkende Milchleistung.

Mitverantwortlich für Euterentzündungen

LPS und Histamine lösen darüber hinaus nicht nur im Blutkreislauf, sondern auch im Euter Entzündungen aus. So können LPS und Histamine über die Blutbahn in die Milchdrüse eindringen. Sie beeinträchtigen die Immunabwehr des Euters und machen die Tiere anfälliger für eine Mastitis. Die Entzündungsreaktion im Euter mindert darüber hinaus den Milcheiweißgehalt.

Verschiedene Untersuchungen zu dem Thema machen damit deutlich, dass SARA nicht nur auf den Pansen, sondern indirekt auch auf die Körperkondition und die Milcherzeugung wirkt. Zur Vorbeuge von SARA gilt es ein Gleichgewicht im Pansen durch optimierte Pansenmikroben zu erreichen, um die schädlichen Auswirkungen zu verringern.

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