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Milchproduktion

Südtiroler Milchwirtschaft trotzt der Krise

von , am
18.05.2010

Bozen - Südtirols Milchwirtschaft kann ungeachtet der heftigsten Krise seit dem Bestehen der Europäischen Milchmarktordnung für 2009 eine erfreuliche Bilanz aufweisen.

Trotz schwieriger Marktbedingungen habe es die Branche geschafft, einen im Vergleich zum Ausland zufriedenstellenden Milchpreis von 46,2 Cent je Kilogramm zu erwirtschaften, erklärte Joachim Reinalter, Obmann des Sennereiverbandes Südtirol, anlässlich der Jahresvollversammlung kürzlich in Bozen. Ungeachtet der allgemeinen Wirtschaftskrise und fallender Milchpreise in anderen EU-Mitgliedsländern sei die angelieferte Milchmenge in Südtirol nach Jahren des Rückgangs 2009 erstmals wieder um 1,6 Prozent gestiegen.

Italiens Milchmarkt habe sich recht gut gehalten, was Reinalter als einen Beweis dafür wertete, dass die Milch als Grundnahrungsmittel auch in Krisenzeiten gefragt sei. Die Qualität und das Preis-Leistungsverhältnis sind nach seiner Einschätzung hierbei ausschlaggebend und wichtiger denn je.

Dank hoher Qualität gut aufgestellt

Die Qualitätsmerkmale der Südtiroler Milch würden weiterhin durch Gentechnikfreiheit, Frische und eine gepflegte sowie intakte Landwirtschaft garantiert. Dieser Qualitätsnachweis müsse sich im Auszahlungspreis widerspiegeln, da ein Milchwirtschaftsjahr nur dann erfolgreich sei, "wenn unsere Höfe und Betriebe ein gutes Auskommen haben". Gleichwohl warnte Reinalter vor der Illusion eines stabilen Aufwärtstrends 2010, zumal das neue Milchwirtschaftsjahr sicherlich nicht einfacher werde und der Markt die Betriebe vor immer neue Herausforderungen stelle. Gleichwohl sind die Südtiroler Betriebe nach Einschätzung ihres Präsidenten gut aufgestellt, zumal Zusammenarbeit auch Marktanteile bringe.

Kaser: Regionalen Produkten den Vorzug geben

Die Direktorin des Sennereiverbandes Südtirol, Annemarie Kaser, warnte vor dem gnadenlosen Kampf der Handelsketten, der durch die aktuelle Weltwirtschaftskrise zusätzlich angeheizt werde. Das schwächste Glied in der Kette ist nach ihren Worten immer der Bauer, der am Schluss für sein Rohprodukt nur mehr das erhalte, was übrig bleibe. Kaser appellierte daher an die Südtiroler Verbraucher, Gastwirte und Hoteliers, sich durch ihre Kaufentscheidung bewusst zu heimischen Produkten, deren Qualität und Mehrwert zu bekennen.

Frischmilch bleibt Sorgenkind

Wie weiter berichtet wurde, sind die Südtiroler Milchhöfe und Sennereigenossenschaften mit rund 830 Beschäftigten ein wichtiger Arbeitgeber. Für 367 Millionen Kilogramm angelieferte Milch wurden an die Erzeuger 2009 knapp 169,7 Millionen Euro an Milchgeld ausgezahlt. Die Joghurt- und Käseproduktion entwickelte sich 2009 wieder positiv. Ein Sorgenkind ist jedoch weiterhin Frischmilch, wo seit einigen Jahren eine rückläufige Tendenz registriert wird. Der Gesamtumsatz der Branche sank 2009 um 1,9 Prozent auf annähernd 366 Millionen Euro.

Strenge Kontrollen garantieren Qualität 

Nach Angaben des Sennereiverbandes Südtirol zählt Milch zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln am Markt. Strenge Auflagen und Kontrollen von der Erzeugung bis zur Verarbeitung garantierten gleichbleibende Spitzenqualität für den Verbraucher. Der Sennereiverband Südtirol untersuchte 2009 knapp 730.000 Rohmilchproben. Zudem wurden 14.000 Milchprodukte geprüft. (AgE)

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