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Milchproduktion

Superabgabe für polnische Milcherzeuger

von , am
16.09.2013

Warschau - Die polnischen Milcherzeuger haben im vergangenen Garantiemengenjahr zuviel gemolken und müssen nun Strafzahlungen an Brüssel leisten.

Exportmarkt China: Produziert China bald seine Milch selbst? © landpixel
Wie die Stiftung Fammu/Fapa, die für das Landwirtschaftsministerium den Agrarmarkt beobachtet, am Dienstag vergangener Woche (10.9.) mitteilte, wurde die polnische Milchquote im maßgeblichen Zeitraum von April 2012 bis März 2013 um 0,14 Prozent (%) oder 14.000 Tonnen (t) überschritten, womit sich eine erste Schätzung aus dem Frühjahr bestätigte. Laut endgültigem Ergebnis hielten rund 57.000 Produzenten ihre individuelle Quote nicht ein; Polen muss deshalb insgesamt eine Superabgabe von etwa 4 Millionen (Mio) Euro an die EU-Kasse überweisen. Gegenüber dem vorherigen Abrechnungszeitraum stieg der Stiftung zufolge die Milchproduktion 2012/13 im Nachbarland um 3,4 % auf 9,82 Mio t.

Appelle des Landwirtschaftsministeriums an Bauern zeigte Wirkung

Ende 2012 habe sich abgezeichnet, dass Polen die Zielvorgabe der Quote deutlicher verfehlen würde, doch die Appelle des Agrarministeriums an die Bauern hätten Wirkung gezeigt: "Die Lieferanten und die verarbeitenden Betriebe haben sich schon in der Mitte des Abrechnungszeitraums an die Marktsituation angepasst", so die Nationale Agrarmarktagentur (ARR).
 
Ihr zufolge hat Polen die zur Verfügung stehende Garantiemenge seit dem EU-Beitritt nur einmal überschritten; in der Saison 2005/06 wurden 296 000 t oder 3,4 % zu viel Milch erzeugt, was eine Strafzahlung von 64 Mio Euro zur Folge hatte. Im laufenden Quotenjahr 2013/14 steht Polen laut ARR bisher gut da: Zwischen April und Juli lieferten die Bauern 14 % weniger Milch als im gleichen Zeitraum des Vorjahres an ihre Molkereien. Zuletzt legte die Produktion allerdings wieder zu; im Juli lag sie mit 872 Mio kg um 1,2 % über dem Wert des Vorjahresmonats.
 
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