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Haltung und Mast

TBC im Oberallgäu: 2 Prozent der Betriebe betroffen

von , am
22.06.2013

Bei den Reihenuntersuchungen auf Rindertuberkulose im Oberallgäu mussten bisher 784 Tiere getötet werden. 29 Betriebe sind derzeit noch gesperrt. Mehr als die Hälfte sind bereits getestet.

Quälerei oder gut für's Tier? Bei Kuhglocken scheiden sich die Geister. © Klaus Eppele/fotolia
Seit Ende des Jahres 2012 führt das Landratsamt Oberallgäu Reihenuntersuchungen aller Rinderbestände im Landkreis durch, um mögliche Ursachen von bis dahin vereinzelt bei der Schlachtung entdeckten Fällen der Rindertuberkulose aufzuklären. Bis zum 14. Juni wurden 1.352 rinderhaltende Betriebe untersucht. 1.323 sind "anerkannt frei von Tuberkulose", heißt es. 29 Höfe sind derzeit noch gesperrt wegen des Verdachts einer Infektion mit Rindertuberkulose.
 
Von rund 90.000 Rindern im Oberallgäu sind mittlerweile 51.869 getestet. 784 Tiere mussten bisher getötet werden. Auch in anderen Landkreisen wurde TBC festgestellt: In Baden-Württemberg, Ost- und Unterallgäu. Auch in anderen Teilen Bayerns traten Fälle auf.

Untersuchungen werden ausgedehnt

Flächendeckende Untersuchungen hat bisher lediglich der Landkreis Oberallgäu durchgeführt. Jetzt werden die Untersuchungen allerdings auf elf weitere Landkreise am Bayerischen Alpenrand ausgedehnt - darunter alle Allgäuer Landkreise. In den kommenden 18 Monaten werden dort alle weiblichen Rinder über 12 Monate getestet. Laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wird eine weitergehende Ausdehnung der Untersuchung auf ganz Bayern in Abhängigkeit der Ergebnisse der Untersuchungen am Alpenrand erfolgen. In einer ersten Untersuchungsaktion werden in den anderen Alpenrandlandkreisen so schnell wie möglich 1000 Tiere vorgezogen untersucht und ausgewertet.
 

Empfehlungen für den Alpweidebetrieb

Freie Wildfütterungen auf Alpweiden sollten vorsorglich unterlassen werden. Von einer Beweidung von Rotwildgattern wird abgeraten. Insbesondere an schattigen Lagen ohne direkte Sonneneinstrahlung (UV) kann sich der Erreger an Kot- oder Futterresten länger halten. Offene Salzlecksteine auf der Weide stellen ein potentielles Ansteckungsrisiko dar. Salzfütterung sollte so erfolgen, dass nicht beide Tierarten gleichzeitg die selbe Fütterung erreichen können. Das Ziel ist, die Möglichkeiten für Kontaktübertragungen zwischen Schalenwild und den Rindern so weit wie möglich zu minimieren.
 
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