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Gesundheit

Teilweise Keimbelastung in Rohmilch

Milchtankstelle-mit-Hinweis-Vor-dem-Verzehr-abkochen
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Martina Hungerkamp, agrarheute
am
29.11.2017

Rohmilch direkt vom Bauern erfreut sich großer Beliebtheit. Allerdings sollten Verbraucher die Milch vor dem Verzehr abkochen.

Über so genannte Milch-ab-Hof-Zapfautomaten beziehungsweise Milchtankstellen können sich Verbraucher ihre Milch direkt beim Erzeugungsbetrieb abfüllen. Allerdings kann dies auch Risiken bergen: Rohmilch weist laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) teilweise eine hohe Keimbelastung auf.

Von 304 im Jahr 2016 untersuchten Rohmilch-Proben hatten:

  • 58 Proben (19 Prozent) eine Gesamtkeimzahl von über 105 koloniebildenden Einheiten je Milliliter (KbE/ml).
  • Zusätzlich wurden in den Proben diverse Krankheitserreger nachgewiesen – wie Listerien (in 4 Prozent), Campylobacter (in 3 Prozent) und E. Coli (in 2 Prozent).

Rohmilch abkochen

Das potentielle gesundheitliche Risiko von Rohmilch kann minimiert werden, indem die Milch vor dem Verzehr abgekocht wird. Die Betriebe sind daher gesetzlich dazu verpflichtet, den Hinweis „Rohmilch, vor dem Verzehr abkochen“ gut lesbar an der Abgabestelle anzubringen.

Dr. Stephan Koch, Abteilungsleiter im Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz und derzeit Vorsitzender der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz, betont deshalb: „Rohmilch ist ein empfindliches Lebensmittel, das aufgrund seiner Gewinnung unmittelbar vom Tier im Stall mit bestimmten Krankheitserregern kontaminiert sein kann, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind. Der Konsum von Rohmilch kann somit ernste gesundheitliche Folgen haben.“

Campylobacter auf Hähnchenfleisch

Nicht nur von Rohmilch geht laut BVL ein Risiko aus. So haben Campylobacter mittlerweile Salmonellen als häufigsten bakteriellen Erreger für Durchfallerkrankungen in Deutschland abgelöst. Kontaminiertes Geflügelfleisch gilt als eine der Hauptquellen für eine Infektion.

Bei den im vergangenen Jahr von den Überwachungsbehörden untersuchten Masthähnchen-Schlachtkörpern konnte der Krankheitserreger in mehr als drei Viertel aller genommenen Halshautproben nachgewiesen werden.

Mit Material von BVL
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