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Prognose bis 2025

Thünen-Institut: Einkommen der Milchviehbetriebe wird im Schnitt um 35 Prozent steigen

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
04.04.2016

Das Thünen-Institut sieht den Milchpreis für Deutschland in einer aktuellen 10-Jahres-Prognose in eine positive Richtung gehen. Das Einkommen der Milchviehbetriebe könne bis 2025 im Schnitt um 35 Prozent steigen. Die derzeitige Preismisere auf dem Milchmarkt sei demzufolge temporär.

Das Thünen-Institut (TI) schätzt die Perspektiven der Milcherzeuger ungeachtet der aktuell schwierigen Marktlage positiv ein. Für Milchprodukte bestimmten langfristig die günstigen Absatzaussichten auf den globalen Märkten die Entwicklung, heißt es in den Projektionen der "Thünen-Baseline 2015-2025", die die Forschungseinrichtung jetzt vorgelegt hat. Darin gehen die Wissenschaftler für das Jahr 2025 von einem mittleren Milcherzeugerpreis in Deutschland von 38 Cent/kg aus.

Steigende Erzeugerpreise und eine starke Zunahme der durchschnittlichen betrieblichen Milcherzeugung werden sich nach den Projektionen der Braunschweiger Ökonomen in der Einkommensentwicklung der Milchviehbetriebe niederschlagen. Demnach steigt das Einkommen der Milchviehbetriebe bis 2025 im Schnitt um 35 Prozent gegenüber dem Basisjahrzeitraum (2009 bis 2011) und liegt damit höher als in anderen Betriebsformen.

Ebenso wie die Thünen-Wissenschaftler beurteilt auch die Bundesregierung die mittel- und langfristigen Aussichten am Milchmarkt weiterhin günstig.

Thünen-Institut: Krise ist temporär

Für das Thünen-Institut ist die derzeitige Misere auf dem Milchmarkt lediglich temporär. In ihrem Bericht sprechen die Wissenschaftler von einer "momentanen Konsolidierungsphase nach Auslaufen der Quotenregelung". Langfristig kämen jedoch die günstigen Aussichten auf den internationalen Märkten zum Tragen. In Deutschland dürfte laut Thünen-Bericht die steigende Nachfrage nach Käse und Milchpulver in den nächsten Jahren anhalten. Gleichzeitig werde die Nachfrage nach Trinkmilch stagnieren, während der Verbrauch von Butter weiter zurückgehe.

Weitere Ausdehnung der Produktion

Die Ressortforschungseinrichtung erwartet aufgrund steigender Milchpreise und dem Auslaufen der Milchquotenregelung eine Ausdehnung der Milcherzeugung hierzulande in den nächsten zehn Jahren, und zwar auf rund 37 Millionen t. Dies würde gegenüber dem Referenzzeitraum 2009 bis 2011 einen Zuwachs um nahezu ein Viertel bedeuten.

Fortsetzen wird sich den Modellrechnungen der Ökonomen zufolge die regionale Konzentration der Milchproduktion im Bundesgebiet. Überdurchschnittlich wachsen wird die Milchproduktion demnach

  • in den Küstenregionen,
  • am Niederrhein,
  • in einigen Mittelgebirgslagen sowie
  • im Allgäu und im Voralpenland.

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