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Rinderhaltung

Tiefboxen: So liegen Milchkühe richtig

Andreas Pelzer/nc
am
21.01.2016

Bei den Tiefboxen für die Milchkühe kann die Liegefläche mit organischen Matratzen ausgestattet werden. Hier stellen wir Ihnen 4 Lösungen für organische Matratzen vor.

Die Liegefläche der Tiefbox besteht aus einer organischen Matratze mit in Liegerichtung leicht ansteigendem Niveau der Oberfläche. Durch eine Streuschwelle zum Laufgang, einer Bugschwelle zum Kopfraum sowie seitliche Bodenschwellen im Untergrund wird die Bildung einer 15 bis 20 cm starken organischen Matratze angestrebt. In der Praxis kommen mehrere Einstreumaterialien beziehungsweise Mischungen auf der Basis von Stroh, Stroh-Mist, Kalk-Stroh, Sägemehl oder Sand zum Einsatz, berichtet die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG).

1. Tiefbox mit Mistmatratze

Die Mistmatratze sollte aus Rinder - oder Pferdemist hergestellt werden. Dabei wird homogener fester Rindermist mit trockenem Stroh vermengt. Die Mischung wird in die Boxen eingebracht und hoch verdichtet. Die so entstandene Matratze wird zum Schluss mit einer Deckschicht aus reinem Stroh abgedeckt, damit die Kühe keinen direkten Kontakt zum Mist haben.

2. Tiefbox mit Kalkstrohmatratze

Um eine optimale Kalkstrohmatratze herzustellen, wird Stroh und Kalk zirka im Verhältnis 1:4 oder 1:5 gemischt und etwa 1 bis 2 Anteile Wasser hinzugegeben. Diese Mischung wird in die Boxen eingebracht und muss ebenfalls hoch verdichtet werden. Auch diese Matratze wird im Anschluss mit frischem Stroh oder Häckselstroh eingestreut, damit die Tiere nicht unmittelbar mit der Kalkmischung in Berührung kommen, was zu Verschmutzungen führen kann.

3. Tiefbox mit loser Schüttung

Liegeboxen mit Schüttungen aus Sägemehlen sind sehr beliebt. Um Verletzungen der Kühe vor allem der Sprunggelenke zu verhindern, darf die Schütthöhe der Einstreu allerdings an der dünnsten Stelle nicht unter 10 cm Höhe absinken. Dünne Gummimatten auf dem Boden minimieren die Gefahr von Klauenverletzungen und Hautabschürfungen zusätzlich. Tiefboxen, die mit ausreichend Sägemehl gefüllt sind, werden von den Kühen sehr gut angenommen.

4. Tiefbox mit Sandeinstreu

Bei einer Einstreu mit Sand werden die gesamten Liegeboxen soweit mit Sand aufgefüllt, bis die nötige Höhe der Liegefläche erreicht ist. Sand bietet eine sehr gute Verformbarkeit und eine fast optimale Hygiene und Sauberhaltung der Kühe, da Mikroorganismen die Lebensgrundlage entzogen wird. Bei der Bewirtschaftung der Liegeboxen mit Sandeinstreu ist zu beachten, dass täglich erhebliche Mengen an Sand - bis 15 kg je Box - nachgefüllt werden müssen.

 

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