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Haltung und Mast

Tiere nicht mit Garten-Grünschnitt füttern

von , am
25.08.2010

Koblenz - Aufgrund diesbezüglicher Vorfälle im Westerwald hat der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) die Bevölkerung gebeten, Tiere auf der Weide nicht mit Grünschnitt aus dem Garten zu füttern.

© agrarfoto

Zuvor hatten die Untersuchungen vier verendeter Rinder ergeben, dass die Tiere mit den hoch giftigen Pflanzen Thuja und Eibe gefüttert worden waren. Bereits 100 bis 200 Gramm Eibennadeln könnten ein Pferd töten, bei einem ausgewachsenen Schwein wirkten schon 75 Gramm letal, warnte der BWV in seinem Aufruf. Auch Rinder und Schafe seien immer wieder Opfer der Unachtsamkeit von Gartenbesitzern. Bei Rindern lösten 500 Gramm bis fünf Kilogramm Eibennadeln Vergiftungssymptome aus, heißt es in dem Hinweis des BWV.

Eibe für Mensch und Tier giftig

Die Eibe sei ein bis zu 15 Meter hoher immergrüner Nadelbau, der auch als Strauch vorkomme. Aufgrund ihres attraktiven Aussehens werde die Eibe häufig in Gärten und Vorgärten als Ziergehölz oder Hecke angepflanzt. Charakteristisch für die Eibe seien die Früchte. Der holzige, schwarzbraune Samen werde von einem fleischigen, scharlachroten Samenmantel umhüllt, der wie eine Beere aussehe und zwischen dem dunklen Grün der Nadeln leuchte. Alle Teile der Eibe seien für Menschen und Tiere giftig, besonders hoch sei die Giftkonzentration in älteren Nadeln, erläuterte der Verband weiter.

Therapiemöglichkeiten gering 

Der gefährlichste Giftstoff in der Eibe sei das Taxin B, ein chemisch kompliziert aufgebauter Stoff, der zu Atemlähmung in Verbindung mit Herzstillstand führe. Die Therapiemöglichkeiten seien gering, da die Tiere meistens die tödliche Dosis an Nadeln und Zweigen auf einmal fräßen. Beim Auftreten der Symptome führe eine Behandlung schließlich nicht mehr zum Erfolg.

Auch Zweige der Thuja sind giftig

Das Thuja-Gift reichere sich in Leber und Nieren an; Folgen seien Magen- und Darmbeschwerden, Krämpfe und Gewebeveränderungen von Leber und Nieren. (AgE)

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