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Allgäu

Tierskandal: Zwei Landwirte aus Bad Grönenbach angeklagt

Zwei Landwirte stehen vor Gericht
am Freitag, 07.08.2020 - 10:50 (Jetzt kommentieren)

Videoaufnahmen von kranken und verletzten Kühen hatten letztes Jahr einen Tierskandal in Bad Grönenbach ausgelöst. Nun hat die Staatsanwaltschaft Memmingen zwei Landwirte angeklagt.

Vor einem Jahr hatte der Fall Grönenbach deutschlandweit für Aufregung gesorgt. Tierschützer hatten Videoaufnahmen aus einem Milchviehbetrieb im Allgäu veröffentlicht, auf dem kranke und abgemagerte Kühe zu sehen waren.

Die Staatsanwaltschaft Memmingen ermittelte. Nun gibt es Bewegung in dem Fall: Zwei Landwirte, Vater und Sohn, aus Bad Grönenbach wurden wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz angeklagt.

Bauern sollen kranke Kühe nicht behandelt haben

Die beiden Angeklagten sollen auf ihren drei Hofstellen in den Landkreisen Unterallgäu, Oberallgäu und der Stadt Kempten bei 54 Rindern gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben.

Die Staatsanwaltschaft legt den Landwirten besonders zur Last, dass die 66 und 23 Jahre alten Männer erkrankte Tiere nicht vom Tierarzt behandeln ließen.

Tierschutz-Verstöße: Geld- oder Freiheitsstrafen möglich

Die Taten sollen die Bauern zwischen Juli 2019 und November 2019 begangen haben. In der Mitteilung der Staatsanwaltschaft heißt es, dass sich nach §17 Tierschutzgesetz strafbar macht, wer einem Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.

Das Gesetz sieht für jeden einzelnen Verstoß Geld- oder Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren vor.

Betriebe der Landwirte wurden zweimal durchsucht

Der Anklageerhebung gingen umfangreiche Ermittlungen voraus, so die Staatsanwaltschaft. Die Betriebe der Beschuldigten wurden zweimal durchsucht, im August und November 2019.

Gegen die Landwirte wurde ein vorläufiges Halte- und Betreuungsverbot für Rinder erlassen. Wann und ob die beiden Männer angeklagt werden, muss nun das Landgericht Memmingen entscheiden.

Mit Material von Staatsanwaltschaft Memmingen

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