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Brandenburg

Tiertransporte: Staatsanwälte ermitteln gegen Veterinäramt-Mitarbeiter

Rinder werden in einem LKW transportiert
am Mittwoch, 05.08.2020 - 10:50 (2 Kommentare)

In Brandenburg haben die Staatsanwaltschaften in Potsdam und Cottbus Ermittlungen gegen mehrere Mitarbeiter aus zwei Veterinärämtern aufgenommen. Der Vorwurf: Beihilfe zur Tierquälerei.

Im Juli hatte die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ Strafanzeige gegen acht Veterinärämter in vier Bundesländern, darunter Brandenburg, gestellt. Die Tierschützer warfen den Veterinärämtern vor, geltende EU-Tierschutzverordnungen für Lebendtiertransporte in Nicht-EU-Staaten umgangen zu haben, wie agrarheute berichtete.

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft in Cottbus die Ermittlungen aufgenommen. „Wir ermitteln gegen Bedienstete des Veterinäramts“, berichtete der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft in Cottbus auf agrarheute-Anfrage. Es handle sich um sechs Strafanzeigen zu vier Tiertransporten.

Staatsanwaltschaft Potsdam: „Wir ermitteln gegen Unbekannt“

Rinder werden in einem LKW transportiert

Auch die Staatsanwaltschaft in Potsdam ermittelt wegen „genehmigter Tiertransporte von Rindern in Nicht-EU-Länder“. „Wir haben Ermittlungen gegen Unbekannt eingeleitet“, sagte die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft, Hanna Urban, zu agrarheute.

Die Verfahrensakten seien zum Teil schon an die zuständigen Polizeibehörden weitergeleitet worden. Auch die Staatsanwaltschaften in Görlitz, Münster, Osnabrück und Bonn sollen Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet haben, berichtet der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

Geschäftsführer von „Vier Pfoten“ fordert lückenlose Aufklärung

Rüdiger Jürgensen, Geschäftsführer von Vier Pfoten Deutschland, begrüßte die Einleitung der Ermittlungsverfahren. „Es werden systematisch rechtswidrige Transporte beantragt und durchgewunken. So darf es nicht weitergehen", sagte Jürgensen zum rbb.

„Alle Vorgänge müssen lückenlos aufgeklärt werden, denn es besteht nicht nur der Verdacht, dass gegen die Tiertransportverordnung verstoßen, sondern auch Beihilfe zur Tierquälerei geleistet wurde." Er forderte die Bundesregierung auf, „EU-weite Lösungen“ zu finden.

Mit Material von rbb

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