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Kälbertränke

Tipps: Milchaustauscher richtig füttern

Kalb Traenke
am Donnerstag, 10.03.2022 - 10:39 (Jetzt kommentieren)

Wird Vollmilch bei Saugkälbern durch Milchaustauscher (MAT) ersetzt, muss er der Milch möglichst nahekommen. Worauf es dabei ankommt, zeigen unsere Tipps.

Die Milchtränke ist in den ersten Lebenswochen die Hauptnährstoffquelle für Kälber. Besonders wichtig ist die Versorgung der Kälber nach der Geburt mit Biestmilch. Hier müssen folgende Punkte beachtet werden:

  • Jedes Kalb muss möglichst früh nach der Geburt ausreichend Kolostrum aufnehmen. Spätestens 3 Stunden nach der Geburt sollte das Kalb mindestens 3 l Erstgemelk aufnehmen. 
  • Die Biestmilch sollte innerhalb der ersten drei Lebensstunden mit der Nuckelflasche verabreicht werden. Nur so kann die Erstversorgung mit ausreichend Abwehrstoffen aus dem Kolostrum sichergestellt werden.
  • Für das Abmelken des Erstgemelks sollte eine mobile Melkeinheit zur Verfügung stehen.
  • Die Kolostrumqualität sollte regelmäßig kontrolliert werden. Die Qualität kann mittels des Brix-Handrefraktometers oder einer Spindel überprüft werden. Zusätzlich können stichprobenartig Blutproben von gesunden Kälbern untersucht werden.

Kälbertränke: Auf die Hygiene beim Füttern achten

Nach der Erstversorgung kommt es auf eine gute Hygiene bei der Kälbertränke an. Es muss vermieden werden, dass sich Keime mit der Tränke ausbreiten.

  • Jedes Kalb erhält dafür seinen eigenen Eimer und die Nuckeleimer werden täglich gereinigt. 
  • Es wird darauf geachtet, dass die Nuckel der Tränkeeimer intakt sind. Nur mit einwandfrei funktionierenden Nuckeln kann verhindert werden, dass die Kälber zu schnell saufen.
  • Den Kälbern wird zusätzlich zur Milchtränke Wasser zur freien Verfügung angeboten.

Wird statt Vollmilch Milchaustauscher (MAT) eingesetzt, muss zudem die Konzentration der Milch auf die Bedürfnisse der Kälber abgestimmt werden:

  • Beim Anrühren des Milchaustauschers wird auf die Konzentration geachtet. Die Kälber sollten mehr als 1.000 g MAT pro Tag aufnehmen. Empfohlen wird, 140 bis 160 g Milchaustauscher in 860 beziehungsweise 840 ml Wasser einzurühren. 
  • Im Winter erhalten die Kälber einen Kältezuschlag. Empfohlen wird 1 l Vollmilch oder 170 g Milchaustauscher zusätzlich zu jeder Mahlzeit je Kalb, um hohe Tageszunahmen zu sichern, denn sinken die Umgebungstemperaturen, steigt der Energiebedarf der Kälber für den Erhaltungsbedarf. Bei Kälbern bis zur dritten Lebenswoche steigt der Erhaltungsbedarf um 30 Prozent, wenn die Umgebungstemperatur unter 15 °C sinkt.
  • Es wird auf die Zusammensetzung des Milchaustauschers geachtet. MAT wird auf Basis von Molke oder Magermilchpulver hergestellt. Bei Molke ist es wichtig, darauf zu achten, ob sie aus der Verarbeitung bei der Käseherstellung angefallen ist. Bei der Käseherstellung entsteht Süßmolke, die von Kälbern lieber aufgenommen wird.
  • Der Anteil an Rohprotein im Milchaustauscher beträgt etwa 22 bis 24 Prozent. Der Rohfettgehalt sollte zwischen 17 und 18 Prozent liegen. Der Eisengehalt sollte bei mindestens 100 mg/kg MAT liegen.

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