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Tiergesundheit

Tödlicher Gendefekt bei Schwarzbunten identifiziert

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
09.05.2016

Wissenschaftler der Universität Göttingen haben die Ursache eines weltweit verbreiteten tödlichen Gendefekts bei schwarzbunten Milchrindern gefunden.

Wie die Hochschule vergangene Woche mitteilte, treten bei Holstein-Kühen öfters Fortpflanzungsstörungen auf, die auch bei optimalen Haltungsbedingungen zu Kälberverlusten vor der Geburt führen können. Den Forschern um Prof. Bertram Brenig und Prof. Ekkehard Schütz vom Tierärztlichen Institut der Universität Göttingen ist es nun in Zusammenarbeit mit

  • dem Institut für Fortpflanzung landwirtschaftlicher Nutztiere Schönow (IFN),
  • dem Deutschen Holstein Verband (DHV) und
  • den Vereinigten Informationssystemen Tierhaltung (vit)

gelungen, den Gendefekt für den frühen Fruchttod zu identifizieren, so dass jetzt entsprechende Gentests entwickelt werden können.

Gen ist für Zellstoffwechsel unersetzlich

"Mit Hilfe neuester Technologien der modernen Molekulargenetik konnten wir unter den rund drei Milliarden Bausteinen der Erbsubstanz des Rindes, den sogenannten Basenpaaren, die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen finden", erläuterte Schütz. Nach seinen Angaben kommt es bei dem Gendefekt zum Verlust eines Chromosomenabschnitts von etwa 138.000 Basenpaaren. Davon ist ein Gen betroffen, das für den Zellstoffwechsel unersetzlich ist und dessen Verlust den frühen Fruchttod verursacht.

Forscherkollege Brenig wies darauf hin, dass darüber hinaus auch ein interessanter molekularer Mechanismus für den Verlust dieses Chromosomenabschnitts entdeckt worden sei. Bei einer Stichprobe von rund 2.000 Tieren sei eine Häufigkeit des Gendefekts von 5,5 Prozent ermittelt worden.

Nach Angaben des DHV sind in Deutschland zurzeit etwa 1,86 Millionen Kühe registriert, von denen demnach rund 100.000 den Gendefekt tragen könnten. Die detaillierten Ergebnisse ihrer Untersuchung haben Schütz und Brenig kürzlich in der Fachzeitschrift PLOS One veröffentlicht.

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