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Weidehaltung

Tote Rinder durch Abfall im Futter

Schild auf einer Weide
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Wiebke Herrmann, agrarheute
am
31.01.2018

Die Rinder auf der Weide erkranken plötzlich. Die Ursache könnte im Futter liegen.

Fast jede Kuh trägt Fremdkörper in sich – Draht, Nägel und Plastiksplitter werden beim Fressen aufgenommen und landen im Verdauungstrakt. Selbst wenn das Tier beim Kauen merkt, dass etwas im Futter steckt, kann es den Gegenstand nicht ausspucken. Die Papillen auf der Zunge verhaken sich im Futter und treiben es in den Schlund. Im Körper angekommen, werden die Fremdkörper durch die Magenbewegungen hin- und hergeschoben bis sie sich schließlich im Vormagensystem sammeln. Die Rinder können sie nicht mehr ausscheiden.

Müll richtet Schäden im Verdauungstrakt an

Die Folgen sind nicht selten verheerend: Es kann zu lokalen Entzündungen des Bauchfells oder der Leber kommen. In schlimmeren Fällen durchstechen die Splitter die Magenwand bis zum Herzen, sodass es zu einem Herzbeutelerguss kommt. Dann sind die Rinder nicht mehr zu retten – sie sterben an inneren Blutungen oder müssen erlöst werden.

Haben die Rinder Metallteile verschluckt, kann ihnen ein Magnet verabreicht werden, der die Gegenstände bindet und unschädlich macht. Bei Plastikteilen – Abfall, der oftmals achtlos auf Wiesen oder auf Feldern zurückgelassen wird – sind Tierärzte hingegen machtlos. Hier bleibt nur der Versuch, den Tieren mit Entzündungshemmern einen Teil ihrer Schmerzen zu nehmen. Eine Operation mit Kosten von 200 bis 300 Euro ist nicht wirtschaftlich.

Besonders gefährlich ist der Müll in Silagen. Zerkleinert landen Joghurtbecher, Keksverpackungen und Plastiktüten im Silo und gelangen so unbemerkt in den Futterkreislauf. Auch Glas kann auf diesem Weg in den Trog gelangen.

Schützen Sie Ihre Tiere vor Abfall

Als Landwirt können Sie bei der Ernte zwar auf saubere Flächen achten, doch ein Joghurtbecher oder ähnliches ist nur schwer zu entdecken. Appellieren Sie vielmehr an Spaziergänger, Rad- und Autofahrer, ihren Müll bis zum nächsten Abfalleimer bei sich zu behalten:

  • Weisen Sie besonders an viel besuchten Strecken mit Hinweisschildern darauf hin, dass es sich um ein Weidegebiet handelt. Das Weidegras dient der Futtergewinnung für Tiere und sollte nicht durch Müll oder Hundekot verdreckt werden.
  • Sprechen Sie gezielt Personen an, wenn Sie bemerken, dass diese Müll fallen lassen. Erklären Sie Ihnen, was dadurch passieren kann.
  • Kontrollieren Sie die Weide vor der Mahd auf Gegenstände und Abfall.
Mit Material von www.swp.de

Weidezaunkontrolle: So sind die Tiere sicher

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