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Umweltverschmutzung

Tote Rinder an der Autobahn

Angusrind
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Wiebke Herrmann , agrarheute
am
08.03.2018

Im letzten Herbst starben fünf Rinder an einem Autobahnzubringer – der Grund: toxisches Gewässer.

Straßenabwasser soll schuld am Tod von fünf Angusrindern in der Gemeinde Hanstedt-Ulzburg in Schleswig-Holstein sein. Das berichten die Hanstedt-Ulzburger Nachrichten. Die Weiderinder sind bereits im letzten Herbst verendet. Sie sollten im sogenannten „Naturparadies Siebenstücken“ einen Lebensraum für bedrohte Vogelarten schaffen. Nach starken Regenfällen fand der Rinderhalter Cai-Henning Schröder drei tote Rinder auf der Weide. Am nächsten Tag waren zwei weitere Tiere verendet.

Straßendreck tötete Weiderinder

Als Todesursache wird Straßendreck wie Auftausalz, Reifenabrieb und Schmierstoffe vermutet. Er wird von angrenzenden Gewerbeflächen und einem Autobahnzubringer in ein Gewässer im „Naturraum Siebenstücken“ geleitet. Hier sollen sich das Gift absetzen und alle zehn Jahre heraus gebaggert werden. Dieser Teich ist abgezäunt, sodass die Angusrinder von Cai-Henning Schröder nicht an das Wasser kommen. Aufgrund starker Regenfälle trat das Becken jedoch über die Ufer und floss auf die Weide – zur Freude der Rinder, denn sie bevorzugen eher Brackwasser. In diesem Fall war es allerdings tödlich.

Umweltverschmutzung: Ansiedlung von Vogelarten erfolglos

Eigentlich sollen die Rinder auf der Fläche einen Lebensraum für Vogelarten wie den Kiebitz schaffen. Gleichzeitig werden aber Abwässer in das Naturschutzgebiet eingeleitet. Dieses Ansiedlungsprogramm läuft bereits seit fünf Jahren erfolglos. Als Grund hierfür sehen Bürgervorsteher der Gemeinde ebenfalls das Schmutzwasser. Die Gemeindeverwaltung, die bereits seit dem vergangenen Herbst von den verendeten Angusrindern weiß, soll in den kommenden zwei Wochen erneut über eine Vorreinigung der Straßenbrühe nachdenken.

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