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Tüftler-Tipp

Treibewagen selbstgebaut – Praktiker zeigt wie

Der Treibewagen bietet Platz für drei Tiere nebeneinander und zwei hintereinander.
am Sonntag, 22.01.2023 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Florian Klarmann hält Mutterkühe und setzt zum Umtreiben der Herde inklusive der Nachzucht auf seinen selbstgebauten Treibewagen. Er erklärt, wie und warum er diesen so gebaut hat.

Die Herde von einer Weide auf die anderen umsetzen oder sie zurück auf den Betrieb leiten: Treibewagen kommen dabei häufig zum Einsatz. Immer häufiger werden diese auch in Eigenregie gebaut. Der Betrieb bietet in puncto Werkzeug und Platz meist ausreichend Möglichkeiten, die eigenen Baupläne auch umzusetzen. Florian Klarmann aus Bayern baute so für seine Mutterkühe der Rasse Deutsch Angus eine Treibemöglichkeit und einen Weideunterstand in einem.

Das benötigte Material

 

  • Gatter sind gebraucht aus dem Bullenstalls eines Bekannten
  • Radnaben und Anhängedeichsel über Ebay Kleinanzeigen erworbenen
  • Stützrad wurde neu gekauft
  • 4 Dosen Hammerschlagfarbe, sie erzeugt beim Trocknen eine netzartige strukturierte Oberfläche, als hätte man die Oberfläche mit Hammerschlägen bearbeitet.
  • 4 Tafeln Wellblech für das Dach

Das sind die Maße

  • Länge: 5,50m
  • Breite: 2,66m
  • Höhe: 1,86m
  • Bodenfreiheit: 0,30m

„Die Maße waren so durchdacht, dass jeweils drei Kühe nebeneinander und zwei hintereinander schön Platz haben. Auch die Bodenfreiheit, also der Abstand zwischen der untersten Gatterstange bis zum Boden war uns sehr wichtig. Bei einem Abstand von 30 cm sind Unebenheiten kein Problem und Kälber können

Schritt für Schritt zum selbstgebauten Treibewagen

Das hintere Gatter ist das Einlasstor und wurde so gebaut, dass es in beide Richtungen geöffnet werden kann.

Aus 2 Gatter aus dem Bullenstall wurde jeweils ein Seitenteil zusammengeschweißt, so dass die beiden Seiten entstanden. Die Gatter für vorne und hinten, wurden an unsere Wunschbreite von 2,66 m angepasst. Im rechten Winkel schweißten wir die 2 Seitenteile mit dem vorderen Gatter zusammen. Anschließend wurden zwei Dachbügel zur Stabilisierung jeweils ganz hinten und in der Mitte angebracht. Das hintere Gatter ist das Einlasstor und wurde so gebaut, dass es mit vier Steckern befestigt ist und somit in beide Richtungen geöffnet werden kann. Die Radnaben wurden rund 30cm hinter der Mitte des Wagens angeschweißt. Die Deichsel wurde an das vordere Gatter angeschweißt und verstrebt. Anschließend reinigten, schliffen und strichen wird den Rahmen. Nach den ersten Einsätzen des Treibewagens kam uns die Idee, noch ein Dach als Sonnenschutz und Weideunterstand zu montieren. Dazu wurden noch einmal zwei Dachbügel montiert, worauf wir das Wellblech als Dach setzten.

So lange hat es gedauert

Nach den ersten Einsätzen des Treibewagens kam uns die Idee, noch ein Dach als Sonnenschutz und Weideunterstand zu montieren.

Für das Ausmessen und Zusammenschweißen brauchten wir etwas 25 Stunden. Das Waschen, Dchleifen und Streichen nahm noch einmal 12 Stunden in Anspruch. Für die weiteren Bügel und das Wellblechdacht benötigten wir noch einmal etwa 7 Stunden. Von unseren Mutterkühen wird der Treibewagen auch als Weideunterstand im Sommer gerne genutzt. Auch wenn wir mit dem Treibwagen angefahren kommen, steht schon die ganze Herde am Weidetor, um zur nächsten Weide mitlaufen zu können.

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