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Haltung und Mast

Trend zum Rückgang der Rinderbestände hält an

von , am
06.05.2011

Bonn - Für 2011 ist in der EU eine Verknappung des Schlachtrinder-Angebots zu erwarten. Besonders ausgeprägt soll der Bestandsrückgang in Italien, Rumänien und Bulgarien sein.

 
Italien, Rumänien und Bulgarien besonders betroffen
 
Das teilte der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) in Bonn mit Bezug auf die jüngste Markteinschätzung des Prognose-Ausschusses der Gemeinschaft für den Sektors Rindfleisch mit. Demnach weisen die bisher vorliegenden Ergebnisse der Viehzählungen vom Herbst 2010 in ausschlaggebenden EU-Ländern auf einen Rückgang der Rinderbestände im gesamten EU-Raum um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hin. Lediglich in Dänemark, Estland, Griechenland, Litauen und Finnland wurden leichte Bestandszuwächse festgestellt. Der Rückgang soll vor allem in Italien, Rumänien und Bulgarien stärker ausgeprägt sein, berichtet Dow Jones News.
 
In Deutschland verminderte sich der Rinderbestand um 1,5 Prozent auf 12,7 Millionen Tiere. Der Abbau der Bestände hatte 2010 zu einem erhöhten Schlachttier-Angebot geführt, die Schlachtungen in der EU-27 nahmen im Vergleich zu 2009 um knapp ein Prozent zu, die Rindfleischproduktion stieg um 2,3 Prozent.
 
Nach Angaben des VDF legten gleichzeitig seit Mitte des Jahres 2010 die Preise für Rinder über alle Kategorien hinweg deutlich zu. 

Exporte steigen um 95 Prozent

Die Ausfuhren von Rindfleisch und Lebendvieh der Gemeinschaft wuchsen nach Angaben des EU-Ausschusses 2010 gegenüber dem Jahr davor um 95 Prozent auf 485.000 Tonnen. Allein die Exporte nach Russland hätten sich um 167 Prozent erhöht, heißt es. Starke Zuwächse gab es auch bei den Lieferungen in die Türkei (Fleisch und lebende Tiere), in den Libanon (lebende Tiere) sowie in die Schweiz und nach Algerien. Auch im Export erwarten die Experten aufgrund des knappen Angebots auf dem Weltmarkt weiter steigende Preise.
 
Die Rindfleisch-Importe in die EU hingegen nahmen um fast 13 Prozent auf knapp 379.000 Tonnen ab. Am deutlichsten fiel der Rückgang mit minus 35 Prozent bei den Lieferungen Argentiniens aus. Die Entwicklung auf dem Importmarkt deutet nach Meinung des EU-Ausschusses darauf hin, dass die Einfuhrpreise weiterhin ansteigen werden. Im zurückliegenden Jahr kletterte der Durchschnittspreis demnach auf 4.282 Euro je Tonne.
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