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Milchproduktion

Trinkmilch: Enttäuschende Abschlüsse

© landpixel
von , am
27.04.2011

Nach den guten Preisen für Fett und Eiweiß haben die Milchbauern auf deutliche bessere Abschlüsse für Trinkmilch gehofft. Doch daraus wird leider nichts.

Der Milchindustrie-Verband MIV rechnet mit einem durchschnittlichen Erzeugermilchpreis von 30 bis 31 Cent für das Jahr 2015. © icnivad/fotolia.de
Trotz einer leichten Verbesserung der Verkaufspreise für die nächsten sechs Monate kann nach Ansicht des Vorsitzenden des Verbandes der Milcherzeuger Bayern, Leonhard Welzmiller, der Abschluss aus Erzeugersicht wieder nicht zufriedenstellen.
 
Die Voraussetzungen für diese Preisrunde waren positiv, Milch und Milchprodukte sind nach wie vor gefragt. Und auch langfristig ist mit diesem Trend zu rechnen, vor allem der Export ist eine treibende Kraft am Markt. In den letzten Monaten konnten Molkereien mit Schwerpunkt Butter-, Pulver- oder Käseherstellung deutlich höhere Preise am Markt erzielen als die Trinkmilchhersteller.
 
Das wirkte sich in unterschiedlichen Milchpreisen für die Milcherzeuger aus. So hinkten spezialisierte Trinkmilch-Molkereien hinter den Käseherstellern hinterher.

Minimalziel Preisangleichung verfehlt

Zumindest eine Angleichung der Verwertungen war die Mindestforderung an diese Preisrunde. "Leider wurde nicht einmal dieses Minimalziel erreicht", kritisiert Welzmiller. Nach dlz-Recherchen sind die Verwertungen über Käse und Butter immer noch fünf bis sieben Cent besser als über Trinkmilch, trotz der leicht erhöhten Preise. So sollen die Preise für Trinkmilch nicht einmal um fünf Cent je Liter beim Aldi-Abschluss gestiegen sein. Hier scheint sich zu bestätigen, dass der Lebensmittelhandel die Trinkmilch über Niedrigpreise als Lockvogelangebot an die Verbraucher sieht und sich massiv gegen allzu große Preiserhöhungen wehrt.

Bayern: 35 Cent je Kilo Milch

Aktuell wird in Bayern mit bis zu 35 Cent pro Kilogramm Milch (netto, 4,2 Prozent Fett, 3,4 Prozent Eiweiß) ein deutlich höheres Milchgeld an die Milcherzeuger ausbezahlt als im letzten Jahr. Aufgrund des neuen Kontraktes ist zwar in den nächsten Monaten mit einem leichten Anstieg beim Milchpreis zu rechnen - dieser kann aber allenfalls die höheren Kosten vor allem für Futtermittel ausgleichen.
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