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Molkerei

Trotz 5,1 Mrd. Euro Umsatz: DMK verfehlt 2016 seine Ziele

Milchtankwagen
Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
29.06.2017

Die Neuausrichtung der DMK trägt laut DMK-Chef Ingo Müller erste Früchte, doch 2016 hat die Molkerei ihre Ziele verfehlt.

DMK-Chef Ingo Müller bei der Bilanzvorstellung 2016

"Die DMK GROUP ist in Bewegung", sagte CEO Ingo Müller bei der Bilanzpressekonferenz in Bremen. Erst tags zuvor hatte die DMK die Schließung von vier Standorten angekündigt. "Mit einem umfangreichen Strukturprogramm setzen wir darauf, DMK zukunftsfest zu machen. Wir haben aus unseren Fehlern gelernt." Die klar definierten Ziele von Deutschlands größter Molkerei-Genossenschaft lauten: Vertrauen zurückgewinnen und ein wettbewerbsfähiges Milchgeld für alle genossenschaftlichen Milchlieferanten erwirtschaften. 

Die Neuausrichtung befindet sich seit März 2017 in der Umsetzung. Sie verfolgt vier Ziele:

  • eine straffere Organisation
  • eine bessere Rohstoffplanung
  • ein fokussiertes Portfolio
  • eine optimierte Ausgabenstruktur

"Die Veränderungsprozesse sind zwar manchmal schmerzhaft, aber sie bringen unser Unternehmen auf Zukunftskurs. Erste Kennzahlen aus 2017 zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", bestätigt Ingo Müller.

DMK steigert Umsatz durch Konsolidierung

Mit dem Geschäftsjahr 2016 war der DMK-Chef Ingo Müller unzufrieden. "Wir haben unser wichtigstes Ziel – einen wettbewerbsfähigen Milchpreis zu zahlen – klar verfehlt. An dieser Tatsache gibt es nichts schönzureden."

Zwar konnte die DMK ihren Umsatz aufgrund von Einmaleffekten von 4,6 auf 5,1 Milliarden Euro steigern und einen Jahresüberschuss von 13,5 Millionen Euro erwirtschaften. Die Umsatzsteigerung um 11 Prozent gelang aber vor allem dank der vollen Konsolidierung der niederländischen DOC Kaas B.V.

Die Eigenkapitalquote ist mit 34 Prozent stabil. Ingo Müller: "Das Unternehmen ist gesund. Wir haben eine stabile Basis. Jetzt geht es darum, mit unserem umfangreichen Strukturprogramm die DMK GROUP wieder wettbewerbsfähig zu machen."

Im Juli steigt Milchpreis auf 36 Cent

Nach aktuellem Ausblick brachte das Jahr 2016 aufgrund einer Krise an den weltweiten Milchmärkten die Talsohle beim Milchpreis. Diese Entwicklung wurde durch die unzureichende Unternehmensleistung der DMK GROUP verstärkt. Folglich lag das durchschnittliche Milchgeld für die Milcherzeuger im Berichtsjahr mit 25,2 Cent pro Kilogramm (4,10 % Fett, 3,41 % Eiweiß) unter dem Bundesdurchschnitt (26,7 Cent/ kg) und dem von DMK angestrebten Ziel.

Der aktuelle Ausblick lässt einen positiveren Gesamtmarkt erwarten. "Für 2017 sind die Signale der Milchmärkte positiv. Deshalb können wir das Milchgeld im Juli auf 36 Cent erhöhen. Unser Ziel bleibt es, unseren Mitgliedern einen wettbewerbsfähigen Milchpreis zu zahlen. Nach Beschluss der Vertreterversammlung zahlen wir für das Jahr 2016, trotz der derzeitigen Niedrigzinsphase, eine Dividende von vier Prozent auf das eingezahlte Geschäftsguthaben der Mitglieder", so Ingo Müller.

Handel honoriert Milkmasterbonus zu wenig

Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen im Geschäftsjahr 2016 machte DMK das Tierwohl- und Nachhaltigkeitsprogramm "Milkmaster" für alle DMK-Milcherzeuger verpflichtend. Damit wurde ein Beschluss der Vertreterversammlung umgesetzt. Für Verbraucherinnen und Verbraucher spielt es eine immer größere Rolle, unter welchen Umständen für Tier und Umwelt ein Produkt erzeugt wird.

Die Molkerei honoriert die Leistung der Milcherzeuger, welche sich besonders in Bezug auf Kuhkomfort, Tiergesundheit, Futteranbau und Fütterung weiterentwickelt haben, 2016 mit einem Milkmaster-Bonus von insgesamt 33,6 Millionen Euro. Eine nachhaltige Wertschätzung und Honorierung dieser Aktivitäten durch den Handel wäre förderlich, um weitreichende Fortschritte zu erzielen und die heimische Milcherzeugung zu stärken.

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