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EU-Milchmarkt

Trotz niedriger Preise: 2,2 Prozent mehr Milch in der EU angeliefert

Dr. Olaf Zinke/agrarmanager/Hermann Krauß/agrarheute
am
28.01.2016

Das Wachstum der Milchproduktion in Europa bleibt trotz der niedrigen Milchpreise weiterhin hoch. Dabei hat der Vorsprung der Anlieferungsmenge gegenüber dem Vorjahr noch weiter zugenommen.

Im Zeitraum Januar bis November 2015 haben die europäischen Milcherzeuger 2,2 Prozent (%) mehr Milch an die Molkereien geliefert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, meldet die Europäische Kommission.

Für das laufende Milchwirtschaftsjahr 2015/16 (April bis November) ist der Produktionsvorsprung gegenüber dem vorigen Milchwirtschaftsjahr 2014/15 mit 3,5 % sogar noch deutlich größer als für das Kalenderjahr 2015, wie Dr. Olaf Zinke, Marktexperte beim agrarmanager, mitteilt. In den ersten Monaten des Jahres 2015 lag die Anlieferungsmenge noch unter dem Vorjahrwert und zur Jahresmitte hatte zudem ein sehr heißer Sommer die Produktion in vielen europäischen Ländern gebremst.

Milchanlieferung in der EU erreicht neuen Rekordwert

Überträgt man das aktuelle Produktionswachstum von 2,2 % auf die von der Kommission für 2014 ausgewiesene Gesamtanlieferung von 147,6 Millionen Tonnen (Mio. t) errechnet sich für das Kalenderjahr 2015 eine Milchanlieferung von 150,9 Mio. t. Damit würde die Produktion den bisherigen Rekordwert aus dem Jahr 2014 um 3,3 Mio. t übersteigen. Gleichzeitig würde die bisherige Kommissionsprognose von 148,9 Mio. t deutlich übertroffen. 

Deutsche Milchbauern liefern 1,8 % mehr als im Vorjahr

Nach den Daten der Europäischen Kommission ist die Anlieferung in den meisten west- und nordeuropäischen Produktionsländern größer als 2014. In Osteuropa liegt die Anlieferung in einigen wichtigen Produktionsländern ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert.

Die Anlieferungsmenge beim größten europäischen Milcherzeugerland Deutschland war nach Angaben der EU-Kommission im Zeitraum Januar bis November 2015 mit 29,3 Mio. t rund 1,8 % größer als im Vorjahr. In Frankreich erreicht die Anlieferungsmenge im Zeitraum Januar bis November 2015 mit 23,2 Mio. t in etwa den Wert aus dem Vorjahr. Damit haben die französischen Landwirte den anfänglichen Rückstand aus den Vormonaten aufgeholt.

Wie sich die Milchanlieferung in den anderen EU-Mitgleidsstaaten entwickelt hat und auf welche Produkte sich dieses auswirkt, lesen Sie im Marktbereich des agrarmanger.

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