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Klauengesundheit

Überbelegter Stall: Was macht das mit den Klauen?

kühe-im-stall
am Dienstag, 04.01.2022 - 05:00

Überbelegte Ställe sind bei der Klauengesundheit oft problematisch. Warum das so ist, erläutert Tierarzt und Klauenpfleger Frieder Gundling.

Wie wirkt sich ein überbelegter Stall auf die Klauengesundheit der Herde aus?

In einem überbelegten Stall ist die geringe Liegezeit der entscheidende Risikofaktor bei der Klauengesundheit. Wird die Klaue mechanisch belastet, reagiert sie mit verstärktem Hornwachstum. Die Hohlkehlung bleibt nicht lange erhalten und die Klauen werden oft länger. Die daraus resultierende Fehlbelastung fördert vor allem die Entstehung von Rusterholzschen Sohlengeschwüren. Der ständige Kontakt mit Kot und Urin führt zu einer chemischen Vorschädigung des Zwischenzellkitts und zu einem Aufweichen des Hornschuhs.

Beides begünstigt das Eindringen von bakteriellen Erregern in das Klauenhorn und in die Haut. Deutlich sichtbar werden die Folgen vor allem im Ballenbereich. Ballenhornfäule oder Erreger der Mortellaroschen Krankheit profitieren von der Vorschädigung der Haut und können auf diese Weise leichter eindringen. Während der Liegephase der Kuh ist die Klaue entlastet und kann sich erholen.

Warum ist Überbelegung überhaupt problematisch?

Jede Kuh sollte einen eigenen Fressplatz und einen eigenen Liegeplatz haben. Ist das nicht der Fall, werden rangniedere Tiere immer Schwierigkeiten haben, ihren Bedarf zu decken. Während zu wenig Fressplätze durch häufige Futtergaben bis zu einem gewissen Maß kompensiert werden können, funktioniert das bei den Liegeplätzen nur sehr eingeschränkt. Zwar liegen selten alle Tiere im Stall gleichzeitig, aber es bleiben vor allem die Liegeplätze frei, die zu kurz oder zu schmal sind oder andere Mängel aufweisen.

Überbelegung führt zu Stress. Wird gefüttert, kommt es zu Rangeleien um den Fressplatz und die Grundfutteraufnahme wird gestört. Ähnlich sieht es an den Tränken aus, zumal in den meisten Ställen sowieso deutlich zu wenig Tränkeplätze vorhanden sind. Auf den vollen Laufgängen sind öfter konfrontative Begegnungen zu beobachten und am Ende findet nicht jede Kuh einen geeigneten Liegeplatz, um zu ruhen und wiederzukauen.

Welche wirtschaftlichen Folgen hat Überbelegung für Landwirte?

Kühe, die in übervollen Ställen leben müssen, können nie ihr volles Leistungspotenzial ausschöpfen, und das hat wirtschaftliche Einbußen zur Folge. Welche Problematik am deutlichsten auffällt, ist von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich und vom Grad der Überbelegung in den jeweiligen Bereichen abhängig.

Neben einer geringeren Milch- und Reproduktionsleistung fällt vor allem der zusätzliche Arbeitsaufwand ins Gewicht. Es erkranken vermehrt Tiere, um die man sich kümmern muss. Dazu kommen die Kosten für tierärztliche Behandlungen und für vorbeugende Maßnahmen, wie beispielsweise die zusätzliche Klauenpflege.

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