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Milchproduktion

Umfrage: Landwirte gegen Senkung der Superabgabe

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von , am
22.02.2014

Eine Reduzierung der Superabgabe durch eine Aufhebung der Fettkorrektur würde diejenigen bestrafen, die ihre Quote eingehalten habe. Daher sind viele gegen diese Maßnahme.

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In sieben EU-Mitgliedstaaten - darunter auch Deutschland - drohen hohe Strafabgaben zum Ende des Milchwirtschaftsjahres 2013. Die jährliche Quotenerhöhung von einem Prozent reicht offensichtlich nicht aus. Die nationalen Bauernverbände plädieren daher für eine Reduzierung der Überschussabgabe durch eine Aufhebung der Fettkorrektur. Laut Ergebnis der aktuellen agrarheute-Umfrage stehen nur wenige Landwirte hinter dieser Forderung. Ein Großteil gab an, dass sie den Vorschlag als keine gute Lösung halten.
 
63,5 Prozent (668 Stimmen) befanden, dass damit diejenigen bestraft würden, die ihre Quote eingehalten haben. Nur neun Prozent (95 Stimmen) der Umfrage-Teilnehmer betrachten die Aufhebung der Fettkorrektur als gute Idee. Weitere fünf Prozent (52 Stimmen) finden den Vorschlag "besser als nichts". 22,5 Prozent der Befragten fordern eine komplette Abschaffung der Superabgabe. Insgesamt nahmen 1052 Personen an der Umfrage teil.
 

Senkung der Superabgabe nur bei Einstimmigkeit im Rat

EU-Agrarkommissar Dr. Dacian Cioloş stellte diese Woche beim Agrarrat in Brüssel klar, dass er einen solchen Schritt - beispielsweise durch Anpassung der Fettkorrektur - nur auf eine einstimmige Forderung des Rats hin unternehmen werde. Beobachter halten es angesichts der unterschiedlichen Interessenlage im Rat jedoch für unwahrscheinlich, dass eine solche einmütige Erklärung gelingen kann.
 
Beim Agrarministerrat setzte sich vor allem Deutschland und Österreich gegenüber der Kommission für eine Lockerung der Milchmengensteuerung ein. In einer Aussprache pochten Staatssekretär Dr. Robert Kloos vom Bundeslandwirtschaftsministerium und der österreichische Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter darauf, den Milcherzeugern mehr Leine zu geben. "Es ist absurd, von den Bauern eine Milchüberschussstrafe einzufordern, wenn nächstes Jahr die Milchquote ausläuft", so Rupprechter. EU-Diplomaten erwarten, dass die Abschaffung des Korrekturfaktors für überdurchschnittlich fette Milch einer Anhebung der Milchquote um europaweit 1,7 Prozent entsprechen würde. Insgesamt unterstützt etwa ein Dutzend Mitgliedstaaten diese Maßnahme ausdrücklich.

Marktreport: Ausblick auf den Milchmarkt 2014

 
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