Login
Treibhausgasemissionen

Umweltministerium will Rinderbestand stark herunterfahren

Mastbullen beim Fressen
Thumbnail
Redaktion agrarheute, agrarheute
am
10.05.2016

Das Bundesumweltministerium hält eine Halbierung der Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft bis 2050 für erforderlich. Dazu sollen auch die Rinderbestände reduziert werden.

In einem Arbeitsentwurf des Ressorts für den angestrebten "Klimaschutzplan 2050" der Bundesregierung wird eine Verkleinerung der Wiederkäuerbestände als entscheidende Maßnahme für den Klimaschutz im Bereich der Landwirtschaft genannt. Angesichts der Bedeutung der Wiederkäuer für den Grünlanderhalt spricht sich das Umweltressort in dem Papier gleichzeitig für differenzierte Handlungsansätze aus.

Mittel- bis längerfristig müsse sich die Nachfrage nach tierischen Produkten in einem Umfang reduzieren, dass die angestrebte Verminderung der Treibhausgasmissionen "ohne Verlagerungseffekte" erreichbar sei. Vor diesem Hintergrund sei bis 2050 mindestens eine Halbierung des derzeitigen Fleischkonsums anzustreben.

Das Umweltressort spricht im Zusammenhang mit der angestrebten Halbierung der Treibhausgasemissionen bis 2050 und der Notwendigkeit, gleichzeitig die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen, von "großen Herausforderungen" und "vielfältigen Forschungsanstrengungen", die nötig würden. Dabei gelte es auch, dem Trend zur Steigerung des Exports von tierischen Nahrungsmitteln und der damit verbundenen Intensivierung des Stickstoffeinsatzes sowie der Erhöhung der Tierzahlen entgegenzusteuern.

Umschichtung der Fördergelder gefordert

Zu den zentralen politischen Instrumenten zählt für das Ministerium eine Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) mit einer grundlegenden Änderung der Zwei-Säulen-Struktur. Mit Beginn der kommenden Förderperiode seien die Direktzahlungen schrittweise umzuwidmen und nur noch für konkrete Umwelt-, Klima- und Naturschutzanliegen auszuzahlen, heißt es laut AgE in dem Papier.

Durch eine konsequente Umsetzung der Maßnahmen im Rahmen der novellierten Düngeverordnung müssten zudem die Stickstoffüberschüsse weiter gesenkt werden.

Ministerium will Stickstoffüberschüsse weiter reduzieren

Ein wichtiger Pfad zum Erreichen des Klimaschutzziels sei der Abbau von Stickstoffüberschüssen. Dem Arbeitspapier zufolge sollte der Stickstoffüberschuss in der Gesamtbilanz bis 2030 auf 50 kg N/ha verringert und bis 2050 noch einmal deutlich darüber hinaus zurückgeführt werden.

In der Tierhaltung gehe es darum, die angestrebte Flächenbindung zu erreichen. Erinnert wird an das Ziel der Bundesregierung, in Regionen mit intensiver Tierhaltung keine neuen Tierställe mehr zuzulassen. Darüber hinaus plädiert das Umweltministerium für weitere Maßnahmen zur Stärkung des Ökolandbaus und zur Erhöhung von dessen Flächenanteil.

Die Agrarminister der Bundesländer: CDU/CSU und Grüne gleichauf

Barbara Otte-Kinast
Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Politiker Peter Hauk
Politiker Thomas Schmidt
Ursula Heinen-Esser
Politiker Jörg Vogelsänger
Politiker Till Backhaus
Politiker Robert Habeck
Politikerin Claudia Dalbert
Politikerin Priska Hinz
Politiker Volker Wissing Ulrike Höfken
Politikerin Birgit Keller
Politiker Reinhold Jost
Bundeslandwirtschaftsministerin
Auch interessant