Login
Milchproduktion

US-Milchmarkt: Produktion schrumpft - Milchpreise steigen

© Anna K/fotolia
von , am
25.09.2012

In den USA ist die Milchproduktion im August erstmals in diesem Jahr unter den Vorjahreswert gefallen.

© almotti/pixelio.de
Nach einem sehr starken Start, mit 8,2 % Produktionszuwachs im Februar, nahm der Produktionsvorsprung gegenüber dem Vorjahr in en letzten Monaten immer weiter ab. Im August wurde in den USA dann erstmals weniger Milch erzeugt als im Jahr zuvor. Ursache für diese Entwicklung ist die extreme Trockenheit in den Sommermonaten. Im Ergebnis gingen nicht nur die Produktionsmengen und die Zahl der Milchkühe zurück, sondern auch die Milchleistung je Kuh. Gleichzeitig steigen seit der Jahresmitte sowohl die Erzeugerpreise als auch die Preise für die meisten Milchprodukte an.

Milchproduktion schrumpft weiter

Für das Gesamtjahr 2012 wird die US-Milchproduktion vom USDA mit 90,7 Mio. t noch immer 1,7 Mio. t größer eingeschätzt als im Jahr 2011. Im Vergleich zu 2010 ist die US-Milchproduktion in diesem Jahr sogar um 3,2 Mio. t größer. Die hohen Weltmarkpreise und der boomende Export hatten in den letzten beiden Jahren zu einer kräftigen Ausweitung der US-Milchproduktion geführt. Im August ist die Produktion jedoch erstmals seit langem wieder unter das Vorjahresniveau gefallen und geht offenbar im Jahresverlauf weiter zurück. Sogar für das nächste Jahr rechnen die Experten des USDA noch mit einem Rückgang der US-Milchproduktion um insgesamt 0,5 Mio. t auf 90,2 Mio. t.

Kuhzahl und Milchleistung rückläufig

Auch die Zahl die Milchkühe geht in diesem Jahr von 9,26 Mio. Tieren auf wahrscheinlich 9,14 Mio. Kühe am Ende des Jahres zurück. Die durchschnittliche Milchleistung je Kuh hat seit der Jahresmitte ebenfalls um etwa 100 kg je Kuh abgenommen, liegt aber im Jahresvergleich mit 9.840 kg noch immer höher als im Vorjahr (9.683 kg). Trotz der wieder steigenden Milchpreise setzt sich der Produktionsrückgang auch im nächsten Jahr fort. Grund sind vor allem die dramatisch gestiegenen Futterkosten.

Milchpreise steigen sehr kräftig

Die Milchpreise bewegen sich in den USA nach einem kräftigen Rückgang bis zur Jahresmitte seit Juli wieder nach oben.
Die Milchpreise bewegen sich in den USA nach einem kräftigen Rückgang bis zur Jahresmitte seit Juli wieder nach oben. Die Erzeugerpreise werden von ihrem letzten Tiefpunkt im Juni (34 Ct) und etwa 39 Ct im August, bis auf 45 Ct im Oktober ansteigen. Damit könnten die Milchpreise sogar fast wieder das Rekordniveau von Mitte letzten Jahres (48 Ct) erreichen. Danach rechnet man an den Terminmärkten bis zum Jahresende mit stabilen Preisen und im neuen Jahr mit einem moderaten Preisrückgang. Hinter dem aktuellen Preisanstieg stehen sowohl höher Produktenpreise am US-Binnenmarkt als auch eine kräftige Erholung der Exportpreise.

Export boomt

In den letzten Jahren haben die US-Amerikaner vor allem bei Käse und Magermilchpulver erhebliche Markt-Anteile im Export dazugewonnen. Mittlerweile exportieren die USA etwa 6 % ihrer Produktion und sind nach Neuseeland und der EU der drittgrößte Exporteur von Milchprodukten mit einem Anteil am Welthandel von etwa 10 %. Im ersten Halbjahr 2012 nahm die Ausfuhrmenge der USA bei Magermilchpulver um weitere 7 % auf 274.000 t zu und der US-Käseexport wuchs in diesem Zeitraum sogar um fast 20 % auf 164.000 t. Damit sind die USA derzeit sowohl bei Magermilchpulver als auch bei Käse (nach der EU) die Nummer 2 unter den wichtigsten Exportländern.

Futterkosten sind explodiert

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Noch weitaus stärker als die Milchpreise sind in den letzten Monaten jedoch die Futterkosten für die Milchfarmer in den USA gestiegen. Nach den monatlich aktualisierten Erhebungen des USDA sind die Preise für zugekaufte Futtermittel (Soja und Mais) in der Milchproduktion von Januar bis Juli um 57 %!! gestiegen. Gleichzeitig haben sich Preise für betriebseigenes Grünfutter und Heu um 9 % erhöht. Insgesamt kommt das USDA auf einen Anstieg der durchschnittlichen Futterkosten in der US-Milchproduktion von 32 %. Die ist auch der Grund für den anhaltenden Abbau der Kuhbestände - trotz der steigenden Milchpreise.
 
Auch interessant