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Milchproduktion

US-Milchmarkt: Steigende Produktion und fallende Preise

© landpixel
von , am
23.04.2012

In den USA wurde im Monat März 4,3 % mehr Milch erzeugt als ein Jahr zuvor. Für den Zeitraum Januar bis März übertrifft die Produktionsmenge den Vorjahreswert sogar um 5,2 %.

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© krick/agrar-press
Im größten US-Milchproduktionsstaat Kalifornien, nahm die Produktion gegenüber dem Vorjahr sogar um 6,2 % zu. Dieser enorme Produktionszuwachs bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Preise für Rohmilch und Milchprodukte. Anderseits bewegt sich der Export von Milchprodukten weiterhin auf hohem Niveau und liegt zumindest für die USA sogar über den Vorjahreswerten. Offenbar können diese größere Mengen jedoch nur zu niedrigen Preisen am Weltmarkt abgesetzt werden, wie die letzte Auktion der globalen Handelsbörse Global Dairy Trade eindrucksvoll bestätigt hat. Dort sind die Preise für die wichtigsten weltweit gehandelten Milchprodukte innerhalb nur einer Handelsrunde um 10 % gefallen.

Druck auf die Preise

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Die Milcherzeugerpreise in den USA sind von ihrem letzten Höhepunkt im August 2011 bis März 2012 um 13 Ct auf 0,35 US-Ct/kg gefallen. Die ist ein Rückgang von fast 30 %. In der ersten Aprilhälfte hatten sich die Erzeugerpreise auf diesem Niveau stabilisiert. Für die nächsten beiden Monate rechnet man Angesichts der erneut unter Druck geratenen Produktenpreise jedoch auch bei Rohmilch mit einem weiteren Rückgang. Bei fast allen Milchprodukten hat es Mitte April an den US-Spotmärkten einen kräftigen Preisrutsch gegeben. So rutschten die Milchpulverpreise in der zweiten Aprilhälfte um knapp 10 % ab, die Preise für Butter gaben um rund 8 % nach. Lediglich die Käsepreise konnten sich einigermaßen behaupten, bewegten sich jedoch bereits im März fast 20 % unter dem Niveau des Vorjahres. Die US-Spotmarkt-Preise für Butter waren im März sogar 30 % niedriger als 12 Monate zuvor und die Milchpulverpreise lagen 20 % unter dem Vorjahresniveau. Das Exportvolumen bleibt nach USA-Angaben bislang jedoch überraschend hoch. Offenbar können die größeren Mengen am Weltmarkt jedoch nur zu niedrigen Preisen vermarkte werden.
 
 
 
 
 
Eine Analyse zur Entwicklung am internationalen Milchmarkt folgt bis nächste Woche.

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