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Milchproduktion

US-Studie: Extensive Weidehaltung schützt das Klima

von , am
10.05.2011

Washington - Eine extensive ganzjährige Weidehaltung von Milchkühen ist klimafreundlicher als eine intensive Milchproduktion in Stallhaltung.

Im Schnitt hält ein kroatischer Milchbauer sechs Kühe. © Mühlhausen/landpixel
Das haben Forscher am University Park in Pennsylvania, USA, errechnet. Die Wissenschaftler verglichen die Umweltwirkungen von vier verschiedenen Haltungsformen.
 
Die intensivste Variante war ein Betrieb mit 85 Holstein-Kühen plus Nachzucht. In ganzjähriger Stallhaltung erreichten die Milchkühe eine durchschnittliche Leistung von rund 10.000 Kilo Milch. Der extensive Vergleichsbetrieb zählte 130 Holstein-Jersey-Kühe plus Nachzucht. Diese Tiere wurden das ganze Jahr draußen gehalten, im Sommer mit Rotationsweide. Die individuelle Milchleistung betrug knapp 6.000 Kilo.
 
Außerdem wurden zwei weitere Haltungsformen mit abgestufter Intensität in den Versuch einbezogen. Die Tierzahl wurde so angepasst, dass alle vier Betriebe nach der Fettkorrektur die gleiche Milchmenge pro Jahr erzeugten.

Weidehaltung: Ammoniakemissionen um 30 Prozent geringer

Nach Darstellung der Forscher sind die Emissionen an Methan, Stickoxiden und Kohlendioxid in ganzjähriger Weidehaltung um acht Prozent niedriger als in der intensiven Stallhaltung. Die Ammoniakemissionen waren sogar 30 Prozent geringer. Bezogen auf ein Kilo Milch war der Kohlendioxid-Fußabdruck in der Weidehaltung um sechs Prozent niedriger als in der Stallhaltung.

Berechnungsgrundlagen

Zur Berechnung erhoben die Wissenschaftler empirische Daten über den Futter- und Düngerkreislauf sowie die Nährstoffverluste. Die Angaben wurden in einer Computersimulation mit den Wetterdaten der vergangenen 25 Jahre verrechnet. In die Bilanz gingen auch Veränderungen durch den niedrigeren Kraftstoffverbrauch auf dem extensiven Betrieb, beispielsweise für die Futtergewinnung und Gülleausbringung, die Umwandlung von Acker- in Grünland und die Festlegung von Kohlenstoff im Boden ein. Das Projekt war Teil eines Forschungsprogramms des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums.
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