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Haltung und Mast

USA bleiben größter Erzeuger vor Brasilien und der EU

von , am
21.11.2009

Rund um den Globus haben in diesem Jahr die Landwirte ihre Rindfleischerzeugung eingeschränkt. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium beziffert die weltweite Erzeugung 2009 auf 56,78 MillionenTonnen.

© dotshock/Fotolia

Damit würde das Produktionsniveau des vergangenen Jahres von 58,05 Millionen Tonnen um rund 2,19 Prozent verfehlt, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

Weltweit größter Erzeuger dürften die USA bleiben, obwohl die dortige Rindfleischerzeugung um 2,8 Prozent auf 11,82 Millionen Tonnen sinken soll. Erst mit großem Abstand folgen Brasilien mit 8,94 Millionen Tonnen und die EU mit 8,0 Millionen Tonnen Rindfleisch. In beiden Ländern soll rund ein Prozent weniger Rindfleisch produziert werden als im Jahr zuvor.

Argentinien: Produktion steigt um 1,6 Prozent

Deutlich stärker dürften die Chinesen ihre Rindfleischerzeugung gedrosselt haben: Die diesjährige Rindfleischproduktion im Land der Mitte schätzen Marktexperten auf 5,76 Millionen Tonnen und damit rund 6,0 Prozent niedriger als in 2008. Dagegen soll die Produktion in Argentinien weiter zunehmen, und zwar um 1,6 Prozent auf 3,2 Millionen Tonnen.

EU: Angebotslücke vergrößert sich

Die EU ist seit 2003 Nettoimporteur von Rindfleisch, wobei sich die Angebotslücke in jüngster Zeit vergrößert. So wurden 2008 rund 262.000 Tonnen Rindfleisch in die EU eingeführt, in diesem Jahr sollen es nach Schätzung des US-Landwirtschaftsministeriums 310.000 Tonnen sein. In 2010 könnten sogar Nettoimporte in Höhe von 330.000 Tonnen nötig sein, um den Bedarf an Rind- und Kalbfleisch in der EU zu decken. In diese Lücke könnten nach Einschätzung von Marktexperten insbesondere die Anbieter aus Südamerika stoßen, für sie ist die EU ein lukrativer Absatzmarkt. So haben beispielsweise die Brasilianer ihre Rindfleischexporte in die EU wieder aufgestockt, nachdem die Europäer zwischenzeitlich ihre Importvorschriften verschärft hatte.

Rindfleischpreise: EU-weit nicht zufriedenstellend

Dagegen haben die argentinischen Rinderzüchter derzeit Lieferschwierigkeiten, da eine anhaltende Dürre die Futtergrundlagen so verknappte, dass der argentinische Rinderbestand deutlich verkleinert werden musste. Mit den Rindfleischpreisen dürften die europäischen Mäster daher auch am Ende dieses Jahres kaum zufrieden sein, auch wenn die Erzeugung die des Vorjahres verfehlen wird. Denn zum einen drängen ausländische Mäster auf den attraktiven europäischen Markt, zum anderen rechnen Marktkenner damit, dass sich die weltweite Nachfrage fast im Gleichtakt mit der Produktion nach unten bewegen wird. So sollen in diesem Jahr weltweit rund 56,12 Millionen Tonnen Rindfleisch verbraucht werden, das wären 2,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

In vielen Ländern greifen die Verbraucher aufgrund der Wirtschaftskrise zu Hühnchen- oder Schweinefleisch statt zum teureren Rindfleisch. Dabei können Filets und andere edle Teilstücke derzeit deutlich günstiger eingekauft werden als im Jahr zuvor. Die Mäster hoffen jetzt auf das beginnende Weihnachtsgeschäft. (lpd)

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