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Milchproduktion

USA erwarten steigende Molkereiausfuhren

von , am
19.02.2010

Arlington - Die USA werden heuer voraussichtlich sieben bis 12 Prozent mehr Molkereiprodukte ausführen als 2009. Das schätzt die private Exportorganisation der US-amerikanischen Milchindustrie (USDEC).

© Andrey Kiselev/Fotolia

Der Einbruch des Vorjahres würde damit in der Menge allerdings noch nicht wieder vollständig ausgeglichen. Der Exportrat erwartet für 2010 einen stabilen Weltmilchmarkt. Dazu tragen nach Einschätzung des USDEC eine vorsichtige Erholung der globalen Nachfrage und ein Rückgang der Milcherzeugung in Ozeanien bei. Belastend wirkten allerdings die hohen EU-Interventionsbestände. Deutliche Kritik übte USDEC-Präsident Tom Suber an der eigenen Branche.

Suber machte einen Mangel an Kundenorientierung in der Milchindustrie dafür mitverantwortlich, dass der Export 2009 nach sechs erfolgreichen Jahren in der Menge um 16 Prozent schrumpfte. Weil die amerikanischen Molkereien den Weltmarkt nur als Mittel zur Überschussbeseitigung betrachteten, statt Kundenbeziehungen kontinuierlich zu pflegen, seien bedeutende Marktanteile an fast alle Mitbewerber verloren gegangen, stellte Suber fest. Auf dem Schlüsselmarkt China verdrängte Neuseeland die USA bei den Einfuhren von Magermilchpulver fast gänzlich.

Butter-Ausfuhren schrumpfen

Auf dem Buttermarkt gingen Marktanteile, die im Vorjahr erobert wurden, rasch wieder verloren, unter anderem in Russland und Nordafrika. Die Ausfuhren an Butter schrumpften insgesamt um 68 Prozent. Suber appellierte an die Milchverarbeiter, sich stärker auf ihre Auslandskunden einzustellen, damit die USA bei Absatzkrisen nicht länger als erster Anbieter aus den Importmärkten verdrängt würden. Die Vernachlässigung der Exportkunden destabilisiere den amerikanischen Inlandsmarkt, der längst auf Ausfuhren angewiesen sei. (aiz)

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