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Milchproduktion

USA: Milchpreise auf Allzeithoch, Rückgang erwartet

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von , am
24.03.2014

In den USA ging es mit den Milchpreisen in den ersten drei Monaten des Jahres steil nach oben. Immer neue Rekordmarken wurden durchbrochen.

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Angetrieben von den hohen Preisen nimmt die Milchproduktion in den Vereinigten Staaten kräftig zu. Ursache für die steigenden Preise sind neben dem wachsenden Verbrauch von Milchprodukten am US-Binnenmarkt vor allem die besser als erwartet laufenden Exporte von Käse und Magermilchpulver.
 
Das USDA hat die Erwartungen an den Milchpreis in seinem aktuellen März-Report für das Jahr 2014 deshalb noch einmal noch oben korrigiert. Derzeit liegen die Prognosen für 2014 im Jahresmittel rund 35 Prozent (%) über den Preisen des Jahres 2013.
 
Im Februar 2014 hatten die Preise für Milch der Klasse 3 (Käseproduktion) erstmals die Marke von 50 US-Cent je Kilogramm (US-Ct/kg) übersprungen und dann im März den bisherigen Rekordpreis von 0,52 USD/kg erreicht. Im weiteren Jahresverlauf geht es jedoch nach Einschätzung des USDA (und des Terminmarkes) mit den Milchpreisen stetig und auch relativ kräftig nach unten.

Produktion wächst kräftig

Mit einer Produktionsmenge von 93,31 Millionen Tonnen (Mio. t) rechnet das USDA in seiner aktuellen Märzprognose für das Gesamtjahr 2014. Verglichen mit 2011 ist das ein Produktionswachstum 4,8 Prozent (%). Im ersten Quartal dieses Jahres wird die Vorjahresproduktion allerdings nur um knapp ein Prozent übertroffen, im vierten Quartal soll der Produktionsvorsprung dann bis auf vier Prozent anwachsen.
 
Die Gründe für den kräftigen Produktionssprung sind zum einem die deutlich gestiegenen Milchpreise und zum anderen die kräftig gesunkenen Futterkosten. Während die Milchpreise im März rund 35 % höher waren als vor einem Jahr sind die Futterkosten in der Milchproduktion (nach den Daten des USDA) von Juli bis Dezember 2013 um rund 26 % zurückgegangen.

Export läuft besser als erwartet

Die Erwartung an den Export von Milchprodukten hat das USDA im März für die sogenannten fettbasierte Produkte (Käse und Butter) noch einmal kräftig nach oben korrigiert und für Milchpulver auf dem hohen Niveau belassen. Die laufenden Exporte zeigen für den Januar 2014 bei Käse die bislang höchste Ausfuhrmenge überhaupt und bei Magermilchpulver ebenfalls eine deutlich größere Exportmenge als vor einem Jahr.
 
Für das Gesamtjahr 2014 erwartet das USDA in seiner Märzprognose bei den fettbasierten Produkten (Butter, Käse) eine ähnlich große Exportmenge wie im Rekordjahr 2013. Im Vergleich zum Jahr 2012 ist die erwartete Ausfuhrmenge in dieser Kategorie jedoch sogar um 40 % größer und gegenüber 2011 beträgt der Vorsprung 32 %.

Preisspitze erreicht

Derzeit sieht es danach aus, dass die Preisspitze in den USA im März erreicht wurde. Im Jahresverlauf werden die Milchpreise dann wohl mit der weiter wachsenden Produktion deutlich zurückgehen.
 
Am US-Terminmarkt erwartet man bis zum Dezember 2014 einen Rückgang der Preise um gut 20 % bis auf 41 US-Ct/kg und auch für 2015 geht man derzeit von weiter rückläufigen Preisen aus.

 
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