Login
Milchproduktion

Verbände: 'Milcherzeugung wird wettbewerbsfähiger'

von , am
24.09.2013

Angesichts der aktuellen EU-Studie zum Milchmarkt fühlen sich die europäischen Bauernverbände in ihrer positiven Haltung gegenüber der Abschaffung der Milchquote ab 2015 bestätigt.

v.l.n.r.: Teilnehmer an der europäischen Milchkonferenz: Heinrich Schmidt, DRV; Wilhelm Neu, RLV; Udo Folgart, DBV; Karl-Heinz Tholen, BMELV; Mirko Wätjen, DMK; Dr. Simon W. Schlüter, DBV © DBV
Der Deutsche Bauernverband ist überzeugt, "dass die deutschen und europäischen Milcherzeuger vom Wegfall der Milchquote profitieren werden", erklärte DBV-Vizepräsident Udo Volkart anlässlich der Milchkonferenz in Brüssel. "Ein Festhalten an einer aktiven politischen Mengensteuerung verursacht mehr Schaden als Nutzen." Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Expertengruppe, die im Auftrag der Europäischen Kommission eine Studie über zukünftige Entwicklungen im europäischen Milchsektor erstellt habe.
 
 
In der Studie heißt es, dass die Abschaffung der Milchquote die europäischen Milcherzeuger insgesamt wettbewerbsfähiger machen werde.

Deutschland profitiert am meisten

Da die Wissenschaftler in der Studie auf mögliche zukünftige Preisrückgänge hinweisen, forderte Folgart die Molkereien auf, das momentan sehr gute Vermarktungs- und Preisgeschehen zu nutzen, um die Unternehmen auch auf wieder schwierigere Marktsituationen vorzubereiten. Dies könne vor allem durch Entwicklung neuer Produkte und den Ausbau der Vermarktungswege geschehen.
 
Zur Stellung im internationalen Wettbewerb machte Folgart klar, dass "wir mit unserer Lage in der Mitte Europas und den sehr guten Infrastrukturanbindungen durchaus einen Wettbewerbsvorteil haben." Deutschland werde so die Erkenntnis der Wissenschaftler, am deutlichsten von einer weiteren Liberalisierung des europäischen Milchmarktes profitieren.

Förderung benachteiligter Regionen wichtig

"Wir dürfen aber die Regionen Europas, die weniger profitieren werden, nicht alleine lassen", merkte Folgart an. Bei der nationalen Umsetzung der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) müsse deshalb besonders darauf geachtet werden, dass die Mittel der 2. Säule vor allem auch Milcherzeugerbetrieben in benachteiligten Regionen zugutekommen. Auch in diesen Regionen spiele Produktspezialisierung eine immer größere Rolle, entweder durch Ausweisung geographischer Indikatoren oder durch Labeling spezieller Haltungs- und Fütterungsmethoden.
 
Auch interessant