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Milchviehhaltung

Verbot der Anbindehaltung vertagt

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
07.12.2015

Berlin - Das von der hessischen Landesregierung angestrebte bundesweite Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung von Rindern wird vorerst auf Eis gelegt.

Anbindehaltung

Auf Antrag von Niedersachsen hat der Agrarausschuss des Bundesrates vergangene Woche beschlossen, den von Hessen eingebrachten Entschließungsantrag zum Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung zu vertagen. Es bestehe weiterer Beratungsbedarf, lautete die Begründung.

Auch grün geführte Länder uneins

Offenbar gibt es selbst unter den grün geführten Länderministerien kein Einvernehmen über ein mögliches Verbot. Man akzeptiere den Beschluss und warte ab, bis aus den Ländern eindeutige Signale kommen, "dass sie ihre Beratungen zu dem Thema abgeschlossen haben", teilte das Landwirtschaftsministerium in Wiesbaden auf Anfrage von Agra Europa (AgE) mit. Wann dies der Fall sein werde, könne man derzeit noch nicht absehen.

Fest stehe allerdings, "dass uns das Thema sehr wichtig ist und wir den Antrag dann wieder aufrufen werden“, versicherte eine Ministeriumssprecherin.

 

Problem für kleinere Betriebe

Das Thema wurde auch auf unserer facebook-Seite diskutiert. User Förnzler gibt zu bedenken: "Hat keinen Sinn, die kleinen Betriebe kaputt zu machen, den diese sind oft Landschaftspfleger."

"Gibt es überhaupt noch Betriebe, außer in Bayern und BW, die sowas haben?" fragt User Cornelssen in die Runde. Das dem so ist, bestätigt Notz: "Früher ist es doch auch gegangen, wieso muss jetzt auf einmal alles laufen können? Laufstall für 40 Kühe, brauchst bei dem Milchpreis nicht anfangen."

In die gleiche Richtung argumentiert Breyer, der fragt: "Und wer finanziert einem kleinen Familienbetrieb die Umstellung?" Brakowski hält dem entgegen: "Diese Betriebe hätten mal in besseren Zeiten investieren sollen, aber da wurde gespart und jetzt beschweren sie sich."

 

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