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Haltung und Mast

Verstöße gegen den Tierschutz: Zwei Betriebe geräumt

© landpixel
von , am
24.02.2015

Auf einem Betrieb im Alb-Donau-Kreis sind 20 Kühe und Kälber an Erschöpfung verendet. Auch im Kreis Main-Kinzig herrschten kathastrophale Bedingungen im Rinderstall. Beide Betriebe wurden vom Veterinäramt geräumt.

Der gesamte Tierbestand des Landwirts wurde aufgelöst. Ein Teil ging zum Schlachten, der Rest auf einen Nachbarbetrieb. © landpixel
In Rottenacker im Alb-Donau-Kreis wurden vergangenen Freitag auf einem Mutterkuhbetrieb schwere Verstöße gegen den Tierschutz festgestellt. Wie das Landratsamt Alb-Donau-Kreis meldet, wurden auf dem Betrieb 20 bereits verendete Kühe und Kälber gefunden. Vier weitere Tiere wurden unmittelbar vor Ort durch Veterinäre wegen ihres stark geschwächten Zustands getötet. Ein Bulle verendete am Folgetag. Der Rinderstall war stark verkotet. Die Tiere sind an Erschöpfung gestorben. Sie waren ausgezehrt, mangelernährt oder verdurstet. 
 
28 weitere Tiere wurden zunächst in einen leeren Stall gebracht und am gestrigen Montag zum Schlachthof Ulm gebracht. Ein Tierhaltungsbetrieb aus der Nachbargemeinde übernimmt den Restbestand. Damit wurde der komplette Tierbestand aufgelöst. Beim bisherigen Besitzer verblieben keine Tiere mehr. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Nach Abschluss der Ermittlungen von Polizei und Veterinärbehörde übergeht der Fall an die Staatsanwaltschaft.
 

Weiterer Fall im Main-Kinzig-Kreis

Im Kreis Main-Kinzig fand das Veterinäramt vergangenen Freitag ebenfalls kathastrophale Zustände in einem Rinderstall vor. Im Schlüchterner Ortsteil Hohenzell wurden nach einer begründeten Kontrolle deshalb insgesamt 60 Rinder mit Unterstützung von Polizei und Feuerwehr abtransportiert. Wie das Landratsamt Main-Kinzig in einer Pressemeldung mitteilt, dauerte der Einsatz mehrere Stunden.Die 60 Rinder wurden von einem Viehhändler in Rheinland-Pfalz aufgenommen und dort weiter versorgt. 

Der Kuhstall zeigte sich völlig mit stinkendem Schlamm verdreckt. Auch der Futterbereich war komplett unbrauchbar und an saubere Liegeplätze war nicht zu denken. Somit waren auch die Rinder, darunter mehrere Kälber, bereits stark beeinträchtig und mit ihren eigenen Ausscheidungen verschmiert. Bei den weiteren Untersuchungen wurde auch ein Kadaver gefunden. Diese mangelhaften Haltungsbedingungen waren mit dem Tierschutzrecht nicht annähernd zu vereinbaren. Zudem war offensichtlich, dass eine Verbesserung der Situation vor Ort nicht möglich sein würde. Demzufolge wurden von der verantwortlichen Veterinärin unverzügliche Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Die Ermittlungen gegen den verantwortlichen Landwirt laufen. Laut dem Landratsamt Main-Kinzig wird er künftig keine Tiere mehr halten dürfen.

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