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Tierschutz

Nach Verstößen: Kamerapflicht in Schlachthöfen gefordert

Videokamera
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Jana Semenow, agrarheute
am
09.11.2018

Bereits aus einem zweiten deutschen Schlachthof sind belastende Videoaufnahmen aufgetaucht. Die Forderung nach einer Videodokumentationspflicht in Schlachthöfen wird zunehmend lauter.

Im brandenburgischen Bio-Schlachthof Hakenberger Fleisch sollen ebenfalls Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorliegen. Nachdem am Dienstag dem Rinderschlachthof Standard-Fleisch in Oldenburg tierschutzwidriges Verhalten vorgeworfen worden ist, zeigen von Tierrechtlern heimlich gemachte Filmaufnahmen und im ARD-Mittagsmagazin ausgestrahlte Bilder im brandenburgischen Bio-Schlachthof Hakenberger Fleisch ebenfalls Verstöße. In beiden Fällen wurden offenbar unzureichend betäubte Rinder getötet oder verbotenerweise mit Elektroschockern getrieben. Im Oldenburger Fall sollen Veterinäre dabei zugesehen oder gar mitgewirkt haben.

Verpflichtenede Videoaufnahmen zur Dokumentation in Schlachthöfen

Aufgrund der Vorfälle in Niedersachsen und Brandenburg hat die tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Susanne Mittag, ihre Forderung nach einer bundesweiten Kamerapflicht in Schlachthöfen erneuert. „Die jüngsten Aufnahmen aus einem brandenburgischen Schlachthof machen wieder deutlich, dass in Schlachthöfen regelmäßig gegen das Tierschutzgesetz verstoßen wird“, stellte die SPD-Politikerin fest. Deshalb müsse es endlich eine verpflichtende Videoüberwachung geben, damit nachvollzogen werden könne, wie das Tier von der Anlieferung bis zum Tod behandelt werde. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner müsse endlich ihre Bedenken beiseitelegen und aktiv etwas für mehr Tierwohl tun, forderte Susanne Mittag.

Niedersachsen will die Möglichkeit der Videodokumentation in Schlachthöfen prüfen lassen

Auch Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hatte bereits am Dienstag mitgeteilt, dass ihr Haus derzeit juristisch prüfen lasse, welche Möglichkeiten es gebe in Schlachthöfen, verbindlich ein Kamerasystem in den Bereichen der Anlieferung, des Zutriebs, der Betäubung und der Schlachtung anzuordnen. Hierbei müsse es sich aber um eine bundeseinheitliche Regelung handeln, die entsprechend gesetzlich verankert sei. Auch der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen, Dirk Toepffer, sprach sich für obligatorische Kameras aus: „Eine Videoüberwachung vom Anhänger bis zum Haken halte ich für dringend geboten. Wir wollen niemand unter Generalverdacht stellen, an mehr Kontrolle kommen wir dennoch nicht vorbei“, erklärte der CDU-Politiker.

Das Vertrauen in die landwirtschaftliche Tierhaltig steht auf dem Spiel

Auch der Landesbauernverband Brandenburg bezieht Stellung zu den Verstößen gegen das Tierschutzgesetz aus einem zweiten Schlachtbetrieb. „Ich bin entsetzt sowohl vom Zutrieb der Rinder zur Schlachtungsanlage als auch von der gezeigten Schlachtungspraxis als solcher. Hier lief wirklich alles falsch was nur falsch laufen konnte. Wir sehen Mitarbeiter, die mit dem tierschutzgerechten Töten von Kühen trotz erworbener Sachkunde offensichtlich überfordert sind. Auch die massive Anwendung von Gewalt während des Zutriebs ist keineswegs akzeptabel. Als Vertreter des Berufsstandes verurteile ich diese Zustände auf das Schärfste“, so LBV-Präsident Henrik Wendorff.

In den vergangen Monaten wurden wir immer wieder mit Bildern von Zuständen dieser und ähnlicher Art konfrontiert. Viele Verbraucher sind deshalb schockiert. Wir sollten deshalb noch mehr über unsere eigene Verantwortung als Branche aber auch über die tieferliegenden Ursachen nachdenken. In der Konsequenz steht das Vertrauen in die landwirtschaftliche Tierhaltung auf dem Spiel. Denn als Viehhalter leben wir davon, dass die Menschen uns vertrauen, dass wir unsere Tiere anständig halten und ihnen einen tierschutzgerechten Tod bereiten.

„Ich möchte an dieser Stelle mit Nachdruck eine ehrliche Debatte über das Konsumverhalten der Verbraucher, die Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels, niedrige Erzeugerpreise, den ökonomischen Druck auf die Landwirte und über das Gehaltsniveau unserer Mitarbeiter anregen, das es immer schwieriger macht, geeignetes Personal zu finden. Nur wenn wir die Ursachen für die aktuelle Krise benennen und geeignete Konsequenzen daraus ziehen, werden wir das Problem lösen und das Vertrauen der Verbraucher zurückgewinnen können. Wir Landwirte sind dazu bereit!“, erklärt Henrik Wendorff.

Mit Material von AgE, LBV Brandenburg e. V.

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