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Rinderschlachtungen

Vion schließt Rinderschlachthof: Transportwege werden länger

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am Dienstag, 30.05.2023 - 14:00 (2 Kommentare)

Ende Juli soll ein Schlachthof der Vion Gruppe im Kreis Segeberg schließen. Damit werden Transportwege für Schlachtrinder deutlich länger.

Zum 31. Juli 2023 plant die Vion Food Group, ihren Schlachthof in Bad Bramstedt zu schließen. Bei dem Betrieb handelt es sich um den nördlichsten Rinderschlachthof in Deutschland. 250 Mitarbeiter sind dort aktuell beschäftigt. Das Unternehmen wird mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich beziehungsweise Sozialplan verhandeln.

Mit der Schließung des Schlachthofs reagiert die Vion Food Group auf den seit Jahren rückläufigen Rinderbestand in Norddeutschland sowie die Überkapazitäten am Schlachtmarkt. Nach Angaben des Unternehmens habe Vion die Kapazitäten seit 2012 am Standort Bad Bramstedt dem stetigen Rückgang der Rinderbestände in Norddeutschland kontinuierlich angepasst. Die jetzt angestrebte Schließung zu Ende Juli sei eine Konsequenz aus der aktuellen Marktlage und der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung zu weniger Fleischkonsum.

Die Unternehmenstochter Vion Zucht- und Nutzvieh GmbH in Neumünster sei von der Schließung nicht betroffen. Im Interesse ihrer Landwirte, die Transportwege für die Schlachtrinder im Sinne des Tierschutzes auch zukünftig kurz zu halten, wird Vion in den kommenden Wochen das Angebot der weiterhin ausreichend vorhandenen Schlachtkapazitäten im Norden sondieren.

Vion schließt Rinder-Schlachthof: Herber Schlag für die Fleisch- und Landwirtschaft

Was mit den rund 3.200 Rindern aus dem Umland geschieht, die normalerweise in Bad Bramstedt wöchentlich geschlachtet werden, ist noch unklar. 80 Prozent der bei Vion geschlachteten Kühe stammen aus dem Umkreis von 100 Kilometern um den Betrieb. Der schleswig-holsteinische Landwirtschaftsminister Werner Schwarz (CDU) sieht in der Schließung einen herben Schlag für die Fleisch- und Landwirtschaft im nördlichsten Bundesland.

In Bad Bramstedt seien rund 30 Prozent der Rinder aus Schleswig Holstein geschlachtet worden, erklärt er im NDR-Interview. Im Bundesland gäbe es noch rund 70 Schlachthöfe, die eine Zulassung für Rinderschlachtungen haben. Es seien jedoch zumeist sehr kleine Schlachtbetriebe. Es werde also schwierig die Schlachtungen, die in Bad Bramstedt durchgeführt wurden, mit diesen Betrieben aufzufangen. Der Transportweg für Schlachtrinder werde damit unweigerlich weiter. Ein Großteil der Tiere müsse über die Elbe in weiter entfernte Schlachthöfe gefahren werden, erklärt der Landwirtschaftsminister im Interview mit dem NDR weiter.

Mit Material von Vion Food Group, ndr.de

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