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Milchproduktion

'Vorsicht, damit das gute Image der Milch keinen Schaden nimmt'

von , am
27.11.2009

Herrsching - Einen Blick zurück - auf das Milchwirtschaftsjahr 2008 - und einen Blick in die Zukunft warfen die Teilnehmer der Mitgliederversammlung der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft.

Pater Dr. Notker Wolf mit Jürgen Ströbel, Vorsitzender der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft. © LVBM

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft wurde der Vortrag des Abtprimas des Benediktinerordens mit Spannung erwartet. Jürgen Ströbel, Vorsitzender der LVBM hatte den bekannten Referenten mit der Fragestellung eingeladen, ob Werte noch eine Rolle spielen.

Pater Dr. Notker Wolf sprach in Herrsching zum Thema "Moralische Werte in einer modernen, vernetzten und globalen Welt" und brachte dabei aktuelle Themen und Entwicklungen in Verbindung mit den Grundwerten. Gerade Nachhaltigkeit sei zu einem großen Wert geworden. Sie stehe für Verantwortung für die Konsequenzen des eigenen Tuns und dafür, dass Menschen auch in Zukunft in einer menschenwürdigen Umgebung leben können.

Pater Wolf: 'Unsere Werte sind und bleiben wertvoll'

Unternehmer müssten sich frei entfalten können, aber die Wirtschaftkrise zeige, dass die soziale Verantwortung von Managern nicht mehr wahrgenommen wurde. Die Freiheit wurde benutzt, um in die eigene Tasche zu wirtschaften. Dem gegenüber stehe die Mentalität des "Händeaufhaltens". Dr. Wolf vertritt die Ansicht, dass die Milchwirtschaft wieder soweit kommen müsse, dass sie sich wieder rentiert und nicht auf Subventionen angewiesen ist. Unsere Werte sind und bleiben wertvoll, wie die Milch, so die Schlussworte von Pater Dr. Notker Wolf.

Ströbel: Auf gutes Image der Milch achten

Jürgen Ströbel blickte als Vorsitzender der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft in seinem Vortrag auf die Situation der Milchwirtschaft im Berichtsjahr 2008 zurück und stellte die aktuelle Lage kurz dar. Dabei stellte er heraus, dass die zahlreichen Negativmeldungen im Kontext Milch (niedriger Milchpreis, Existenzangst der Landwirte, Krieg in den Dörfern, Vermittlungsversuch der Kirche, Blauzungenkrankheit, Milch, die mit Güllewägen auf Felder verschüttet wird, Käseimitate) und die eigenen Ausführungen zeigen, wie schwierig die Situation ist. Zugleich aber warnte Jürgen Ströbel: "Wir müssen jetzt sehr vorsichtig sein, damit das gute Image der Milch daran keinen Schaden nimmt. Wenn die Wertschätzung für Milch abnimmt, verlieren wir alle auf der ganzen Linie".

LVBM: Bedeutung wächst

Mit dem Absatzfondsurteil und dem Wegfall der CMA habe die Arbeit der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft mehr Gewicht. Sie sei in Bayern das alleinige Sprachrohr für den Wert der Milch und überzeuge Verbraucher und Fachkräfte durch fundierte Aufklärung und Information. Ebenso betonte Milchreferent Heinz Hahn die Bedeutung der Arbeit des Verbandes. Die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft bündelt die Interessen der in der Milchwirtschaft tätigen Organisationen und koordiniert milchwirtschaftliche Belange.

Die Ziele der LVBM:

  • National und international ein positives Image für Milch und Käse aus Bayern vermitteln
  • Die Qualität der Milch fördern und erhalten
  • Allen Molkereien, den großen und kleinen, ein attraktives Forum schaffen
  • Dem Handel und der Gastronomie vor allem neue Milch- und Käseprodukte aus Bayern vorstellen
  • Den Verbrauch und die Wertschätzung von Milchprodukten erhöhen
  • Die bayerische Milchwirtschaft in ihrer Gesamtheit stärken

Unter der Geschäftsführung von Dr. Maria Linderer sind 13 Mitarbeiter im Verband tätig und engagieren sich für Milch und Käse aus Bayern. Dabei wird besonderer Wert auf ein zielgruppenspezifisches Angebot gelegt, da nur auf diese Weise Verbraucher, Gastronomen, Mitarbeiter des Handels, Lehrkräfte, Ärzte und Ernährungsfachkräfte, Kinder und Jugendliche erreicht werden können. (pd)

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