Login
Bayern

Vorwürfe der Tierquälerei: Milchviehbetrieb im Allgäu steht im Visier

kuh im detail
am Dienstag, 09.07.2019 - 09:17 (2 Kommentare)

Schwere Tierschutzverstöße werden gegen einen Milchviehbetrieb mit 1.800 Kühen im Allgäu erhoben. Das Erste berichtet heute Abend.

Kranke und abgemagerte Kühe, die im Strohstall verenden oder Nottötungen, die mit dem Bolzenschuss durchgeführt werden ohne die Tiere auszubluten. Dies sind nur einige Vorwürfe die gegen den Milchviehbetrieb im Allgäu erhoben werden. Der Betrieb mit knapp 1.800 Kühen soll in der Vergangenheit mehrmals wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz aufgefallen sein. Nun soll ein Video, das die Sonderkommission (Soko) Tierschutz von Ende Mai bis Ende Juni dieses Jahres auf dem Betrieb gedreht hat, das ganze Ausmaß zeigen, das berichtet die Süddeutschen Zeitung. Auch den ARD-Politikmagazinen „Report Mainz“ und „Fakt“ liegt das Videomaterial vor.

Milchviehbetrieb bereits vorher durch Mängel aufgefallen

Bereits Anfang Juni sollen Amtstierärzte, nach anonymen Hinweisen, Verstöße gegen das Tierschutztgesetz festgestellt haben. Der Landwirt sei angehalten worden, die festgestellten Mängel sofort zu beheben, heißt es. Insgesamt zehnmal sei der Betrieb in den vergangenen fünf Jahren unangekündigt kontrolliert worden. Zudem wurde der Milchhof jährlich kontrolliert.

Inzwischen hat sich auch das bayerische Verbraucher- und Umweltministerium zu den Vorfällen gemeldet und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Ein Sonderbericht über den Betrieb wurde angefordert.

Hier geht es zum vollständigen Bericht der Süddeutschen Zeitung und Report Mainz.

Die Sendung "Report Mainz" wird am Dienstag, 9. Juli, um 21.45 Uhr in der ARD ausgestrahlt.

Vion überprüft Lieferbeziehung zu beschuldigtem Landwirt

Die gestern Abend (08.07.19) öffentlich bekanntgewordenen Vorwürfe wegen Tierquälerei gegen einen Lieferanten des Vion-Rinderbetriebs Buchloe hat das Unternehmen zum Anlass genommen, die Geschäftsbeziehungen zu dem Landwirt zu überprüfen. Das erklärt Vion in einer Pressemitteilung. „Bis zur vollständigen Klärung der vorliegenden Verstöße gegen das Tierschutzgesetz werden wir ab sofort von diesem Betrieb keine Tiere mehr annehmen“, sagt Jürgen Lieb, Standortleiter von Vion Buchloe.

Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung und des ARD-Politikmagazin Report Mainz sollen Notschlachtungen in mehreren Fällen nicht fach- und tierschutzgerecht ausgeführt worden sein. Nach Aussage von Vion wurde ein auf dem landwirtschaftlichen Betrieb notgeschlachtetes Tier bei Vion in Buchloe angeliefert. Die über vier Wochen verdeckt aufgenommenen Videos aus dem Stall des Landwirts weisen darauf hin, dass dabei womöglich die rechtlichen Voraussetzungen für eine Notschlachtung nicht gegeben waren, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Das Unternehmen betont, keine Kenntnis davon gehabt zu haben.

Mit Material von Süddeutsche Zeitung, Report Mainz, Vion Food Group
Das agrarheute Magazin
Aktuelles Heft Oktober 2019
Schnupper-Angebot Alle Aboangebote

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...