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Online-Auktion

Wagyu-Rind für 50.000 Euro verkauft: Ein Landwirt erzählt

Wagyu-Rind: Karl-Heinz (re.) und Alexander Looschen präsentieren „Payoko“.
am Freitag, 22.05.2020 - 09:32 (Jetzt kommentieren)

Das gab es noch nie: Michael Looschen hat auf einer Online-Auktion sein 14 Monate junges Wagyu-Rind „Payoko“ verkauft – für satte 50.000 Euro. Der Landwirt berichtet, wie es dazu kam.

Michael Looschen betreibt mit seinem Vater Karl Heinz den Wagyuhof Auetal in Garrel in Niedersachsen. Sie halten über 500 Wagyu-Rinder. Letztes Wochenende haben sie auf der Online-Auktion „Wagyu.de“ ihr 14 Monate altes Kalb „Payoko“ versteigert.

Das Startgebot lag für Payoko knapp unter 10.000 Euro. In der folgenden fünfminütigen Auktion überschlugen sich die Angebote. Bei 50.000 Euro fiel der virtuelle Hammer. Der Käufer des Tieres kommt aus Nordrhein-Westfalen.

Wagyu-Rind: Vollschwester erzielte über 40.000 Euro

Wagyu-Rind: Die Marmorierung des Fleisch spielt eine wichtige Rolle

Wir haben im Vorjahr schon ihre Vollschwester Pachiko zu einem stolzen Preis versteigert. Deshalb haben wir auch einen hohen Preis für Payoko erwartet", sagt Michael Looschen. Ein Züchter bot damals bei einer Auktion von Masterrind in Bethen über 40.000 Euro.

Wie konnte das Rind Payoko so einen hohen Preis erzielen? Bei der Wagyu-Zucht gibt es drei Merkmale, die entscheidend sind: Die Größe des Tieres, die Marmorierung des Fleisches und die Milchleistung. Letztere ist wichtig, weil Wagyu-Kälber in Ammenhaltung aufgezogen werden.

Spitzen-Genetik von Wagyu-Bulle

Die von Michael Looschen eingesetzte Genetik erfülle alle Voraussetzungen. Auf dem Hof in Garrel stehen Nachfahren des legendären Bullen Itozuru Doi TF151, der einen großen Rahmen und exzellente Milchleistung bei sehr guter Marmorierung vererbt.

Das Sperma des Bullen ist weltweit nicht mehr verfügbar. Seit 2012 züchtet die Familie Looschen Wagyu-Rinder. Angefangen haben der Sohn und sein Vater mit sechs Tieren. Bei der Zucht und der Mast setzen die Landwirte auf dezentrale Orte.

Züchter wollen vergrößern - auf 1.000 Wagyu-Rinder

Wagyu-Rind: Die Tiere bekommen nur Gras und Schrot

Sieben Partnerbetriebe garantieren reichlich Auslauf für die Rinder, viel Platz in den Ställen und die Möglichkeit, eigenes Gras zu ernten. Die Rinder werden nur mit Gras und Schrot gefüttert. Bis Ende nächsten Jahres wollen die Züchter den Bestand auf 1.000 Tiere erhöhen.

Schon jetzt sind Michael und sein Vater Karl-Heinz Looschen Deutschlands größte Wagyu-Züchter. Das Wagyu-Rind stammt ursprünglich aus Japan. Nur Tiere, die in dem Bezirk Kobe geboren wurden und gehalten werden, dürfen Kobe-Rinder genannt werden.

Mehr über den Betrieb Looschen im Oldenburger Münsterland sehen Sie im Video.

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