Login
Emissionen

Wegen Phosphatquote: Niederlande stockt 160.000 Milchkühe ab

Holsteinkühe im Laufstall
SYMBOLBILD © ah/agrarfoto.com
von , am
29.08.2017

Die niederländischen Milcherzeuger haben ihre Kuhbestände wegen Umweltauflagen kräftig abgestockt. Die Maßnahmen sollen die Phosphatemissionen verringern.

Die niederländischen Milcherzeuger sind mit der Umsetzung des im vergangenen Jahr beschlossenen Branchenplans zur Verringerung der Phosphatemissionen durch Wirtschaftsdünger auf einem guten Weg. Das geht aus einem Brief hervor, den der für die Landwirtschaft zuständige Staatssekretär vom Wirtschaftsministerium, Martijn van Dam, an die Zweite Kammer des niederländischen Parlaments gerichtet hat.

Demnach sind die Phosphatemissionen der Milchviehbetriebe im ersten Halbjahr 2017 nach Berechnungen des niederländischen Statistikamtes (CBS) um 8,3 Millionen (Mio.) kg gesunken. Damit wurde die angepeilte Minderungsvorgabe von 8,2 Mio kg Phosphat eingehalten.

Ziel der Niederlande ist es, bis zum Jahresende die Obergrenze der Europäischen Union für die landesspezifischen Phosphatemissionen von 172,9 Mio kg wieder einzuhalten, die 2016 überschritten worden war. Andernfalls drohen dem Sektor Sanktionen der EU-Kommission mit Blick auf die landesspezifische Ausnahmeregelung bei der Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie.

160.000 Milchkühe weniger

Zu dem guten Zwischenergebnis trug nach Angaben von van Dam vor allem die Abstockung des Milchkuhbestandes im ersten Halbjahr um 160.000 Tiere oder 9 Prozent (%) auf rund 1,6 Millionen Stück bei. Dadurch sei die Phosphatmenge um 5,4 Mio. kg zurückgeführt worden.

Weitere Einsparungen seien durch

  • Subventionen für Betriebsaufgaben sowie
  • durch die Verringerung des Phosphorgehalts im Mischfutter für Milchkühe und Schweine erzielt worden.

Allerdings gibt van Dam zu bedenken, dass der Erfolg vom Ausgang der Gerichtsverfahren abhängig sein dürfte, mit denen zurzeit rund 400 Milcherzeuger die Wiederaufstockung ihrer Bestände erwirken wollten. Außerdem könnten die Phosphatemissionen in der zweiten Jahreshälfte in anderen Sektoren steigen. Darüber hinaus zeichne sich als Folge der günstigen Witterung ein höherer Phosphatgehalt im Raufutter ab.

Mit Material von Agra Europe
Auch interessant