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Kommentar

Wehret den Anfängen: 'Tierschutz ist ein globales Geschäft'

Indien
Markus Pahlke, dlz primus Rind
am
09.08.2017

In Indien sterben Menschen, wenn es um das Wohl der dort heiligen Kühe geht. Die Radikalisierung nimmt aber auch bei uns immer mehr zu.

Vor Kurzem las ich in einem Magazin eine Geschichte über Beschützer der heiligen Kühe in Indien. Kurz gefasst, für die Hindus sind Kühe heilig. Die Tiere gehören zum Stadtbild in vielen Metropolen auf dem Subkontinent. Sie laufen dort frei herum und ernähren sich von dem, was sie dort finden. In der Geschichte wird beschrieben, dass finstere Gestalten die Kühe entführen, schlachten und anschliessend Fleisch und Fell verkaufen. Die Beschützer der heiligen Kühe wiederum verfolgen diese Kuhschänder und befreien die Kühe. Dabei gehen sie nicht gerade zimperlich vor. Eine solche Befreiungsaktion kann die Kuhentführer das Leben kosten.

Mit allen Mitteln

Markus Pahlke, Redakteur

Ganz nebenbei werden hier sogenannte Tierschutzinteressen für knallharte polititsche Ziele instrumentalisiert: Radikale Hindus (Verehrer der heiligen Kühe) gehen in Indien seit einiger Zeit sehr massiv gegen Andersgläubige vor. Im Fall der heiligen Kühe gibt es auch eine klare Schuldzuweisung: Es seien die Moslems, die die heiligen Rinder schlachten und essen.

Der Tierschutz ist ein globales Geschäft und viele Organisationen, die in Deutschland tätig sind, engagieren sich auch in Indien. Noch sind wir in Deutschland nicht in einer solchen Gewaltspirale. Dennoch muss man sich darüber im Klaren sein, dass es sich bei vielen Mitgliedern solcher Organisationen um Extremisten handelt. Um Menschen, die ihre Ziele mit allen Mitteln durchsetzen. Das ist nicht nur für uns als Tierhalter bedrohlich, sondern gefährdet die gesamte Gesellschaft.

Landwirte nicht alleine lassen

Wer mich für einen Schwarzmaler hält, den möchte ich auf die Vorkommnisse hinweisen, bei denen sogenannte Tierschützer Mitte vorletzten Jahres in Baden-Württemberg nicht nur in einen Putenstall, sondern auch in das Wohnhaus der Landwirtsfamilie eingedrungen sind. Tierrechtsaktivisten glauben, dass sie sich für ein höheres Ziel einsetzen. Sie leiten daraus für sich das moralische Recht ab, dass jedes Mittel recht sei, um dies auch durchzusetzen, frei nach dem Motto: Der Zweck heiligt die Mittel.

Würden solche Leute in andere Unternehmen eindringen, wäre der Aufschrei groß und die Politik sofort zur Stelle. Dass die Landwirte hier alleine gelassen werden, hat mit einem bedenklichen Desinteresse der Gesellschaft an seinen Bauern zu tun. Was hier geschieht, ist erst der Anfang. Wer nicht will, dass bei uns indische ­Verhältnisse einkehren, muss diesen ­Anfängen wehren.

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