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Haltung und Mast

Weide mit System bringt Vorteile für Kühe und Landwirte

von , am
08.09.2010

Freising/Weihenstephan - "Kurzrasenweide" heißt ein vielversprechendes Weidekonzept der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), das den Kühen das Grasen auf der Weide erlauben und den Landwirten bei niedrigen Kosten und geringerem Zeitaufwand gute Milcherträge einbringen soll.

© agrarfoto

Die Herausforderung dieses Weidesystems besteht darin, den Grasaufwuchs mit dem Futterverzehr der Kühe in Übereinstimmung zu bringen. Bei optimalem Weidedruck entsteht so die Kurzrasenweide mit einer durchschnittlichen, konstanten Rasenhöhe von sechs bis sieben Zentimetern.

Wie die LfL mit Blick auf Tests ihres Instituts für Tierernährung und Futterwirtschaft erklärte, erhalten die Kühe bei dieser Haltung während der Weidesaison ausschließlich Weidegras. In Grub erprobt das Institut derzeit in Zusammenarbeit mit Praxisbetrieben, wie sich diese Vollweidehaltung mit einer Abkalbung im Winter unter landestypischen Bedingungen gestalten lässt. Aufgrund der bisherigen positiven Ergebnisse arbeiteten die Wissenschaftler intensiv an einem übertragbaren Beratungskonzept, erläuterte die LfL.

Wirtschaftlichkeit ist vielversprechend

Die ersten Ergebnisse des Projekts zeigten, dass hohe tierische Leistungen erreichbar seien und sich der Anteil an Zukauffuttermitteln deutlich reduzieren lasse, erklärte die Landesanstalt. Insbesondere in der Milchviehhaltung schätzten die Betriebsleiter den enormen Zugewinn an Arbeits- und vor allem an Lebensqualität. Das Mähen und Einbringen von Gras, Heu oder Silage sowie die Fütterung entfielen, wenn die Tiere sich auf der Weide selbst versorgen könnten. Bei diesem System sollten außerdem alle Kühe im Winter abkalben, so dass sich der Landwirt besser auf diese intensive Zeit der Geburten einstellen könne.

Das Vieh wiederum könne so die Weide im Sommer optimal zur Milcherzeugung nutzen. Sie stelle ein sehr wirtschaftliches Weidesystem dar, da der gesamte Grasaufwuchs effizient genutzt und in Milch umgewandelt werden könne. Je nach Witterung und Wachstumsperiode müsse die Flächengröße oder die Anzahl der Tiere auf dem Areal angepasst werden.

Testphase läuft seit 2006

Seit 2006 betreut das Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft laut LfL-Angaben intensiv sechs Milchvieh- und vier Mutterkuhbetriebe bei der Umstellung des Betriebs und der Festigung des Weidesystems. Die Betriebe befinden sich überwiegend im südlichen Oberbayern. Je ein Mutterkuhbetrieb liegt im Bayerischen Wald und in Oberfranken, um Erfahrungen in diesen klimatischen Regionen zu sammeln. (AgE)

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