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Milchproduktion

Weltweit dramatische Folgen des Milchpreisverfalls

von , am
04.01.2010

Berlin - Dr. Torsten Hemme vom International Farm Comparison Network (IFCN) berichtete von den weltweiten Auswirkungen des Milchpreisverfalls und riet den deutschen Milchbauern zu einer Risikostrategie und einem Krisenplan.

Analysen des IFCN hätten ergeben, dass es weltweit 145 Millionen Landwirte mit Milchproduktion gebe und rund eine Milliarde Menschen auf diesen Milchviehbetrieben lebten und somit unmittelbar vom Milchpreisverfall betroffen seien.

Grob unterteilen ließen sich die globalen Milchproduzenten in drei Bereiche: "Wir haben Haushalte, die die eine Hälfte selber trinken, die andere Hälfte verkaufen. Das sind etwa 75 Prozent der Betriebe", beschrieb Hemme die kleinsten Erzeuger. 24 Prozent der Betriebe klassifiziere man als Familienbetriebe. Diese seien etwas größer und erzielten einen Großteil ihres Einkommens durch die Milch. Die restlichen 0,4 Prozent würden wie ein klassisches Unternehmen geführt.

Die Folgen des weltweiten Milchpreisverfalls seien für alle drei Betriebstypen "dramatisch". Die Haushalte, meistens in Entwicklungsländern zu finden, glitten ab in die Armutsfalle. Auch für die Familienbetriebe sei die Lage "desaströs", da bei den derzeitigen Milchpreisen kein Beitrag zum Einkommen geleistet werden könne.

"Die Businessbetriebe mit 2.000 Kühen haben ein gewaltiges Cashflow-Defizit von zwei bis drei Millionen US-Dollar pro Jahr", schätzte der Experte auch die Situation der größten Milchproduzenten als kritisch ein. Deutschen Milchbauern empfiehlt Hemme deshalb dringend eine Risikostrategie und einen Krisenplan zu entwickeln. "Wie die im Detail auszusehen haben, ist für jeden Betriebstypus unterschiedlich", erklärte Hemme.

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