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Umwelt

Weniger Methan mit klimafreundlichen Kühen

Kühe auf der Weide
am Mittwoch, 06.05.2020 - 12:00

Mikroben beeinflussen die Methanproduktion und sind genetisch vererbar. Doch sind Kühe wirklich so klimaschädlich?

Einige Mikroben beeinflussen aktiver die Methanproduktion im Pansen als andere und sind genetisch vererbar. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die in „Science Advances“ veröffentlicht wurde. Demnach erzeugt das Tier selbst kein Methan, sondern sogenannte Methanogene, die im Pansen leben und Methan hauptsächlich aus Wasserstoff und Kohlendioxid produzieren. Nach Angaben der Wissenschaftler ließe sich durch eine gezielte Verpaarung solcher Tiere, denen diese Mikroben fehlen, die Methanemmission mindern und dadurch neue klimafreundlichere Kühe züchten.

Das Forschungsprojekt mit dem Namen "Ruminomics" erforscht den Zusammenhang zwischen Nutztieren und Methanemissionen. Schließlich wird im Pansen der Wiederkäuer, das gefressene Gras fermentiert, bevor es durch die restlichen Mägen wandert. Hiert beginnt auch die Methanproduktion, wobei etwa 95 Prozent des Gases beim Weiderkauen aus dem Maul entweicht.

1.000 Rinder wurden untersucht

Das internationale Forscherteam nahm für ihre Untersuchungen Holsteinrinder aus Großbritannien und Italien sowie Milchkühe der Rasse Nordic Red aus Schweden und Finnland unter die Lupe. Insgesamt wurden weit über 1.000 Rinder untersucht. Hierbei ließen sich die jeweiligen Mikroben identifizieren, die von einer Generation zur nächsten vererbt werden. Beispielsweise wurden Mikroben wie Succinovibrionaceae häufiger nachgewiesen als andere.

Nach Angaben der Wissenschaftler können die Forschungsergebnisse gezielt genutzt werden, um Tiere mit einer besseren Milchleistung, einem verringerten Emissionsausstoß oder anderen wünschenswerten Eigenschaften zu züchten. Die gezielte Zucht von methanarmen Kühen soll bereits begonnen haben.

Irische Studie: Kühe sind keine Klimakiller

Auch irische Wissenschaftler beschäftigten sich mit dem Thema, wie klimafreundlich Kühe wirklich sind. Dabei untersuchten sie aber nicht klimaschädliches Methan, das die Tiere über die Atmung an die Umwelt ausstoßen, sondern den Stickstoffgehalt aus Urin und Kot bei Weidehaltung.
Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die durchschnittlichen Stickstoff-Emissionsfaktoren wesentlich niedriger ausfallen als sie im Standard des IPCC, des Weltklimarates, für Weidetiere unterstellt werden. Dort werden rund 41 Prozent der Stickstoffemissionen auf die Exkremente von Weidetieren zurückgeführt. Nach den aktuellen Untersuchungen aus Irland wären es nur 23 Prozent.

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